Wo sind die grössten Talente im Land?: Neues Nachwuchsförderungskonzept im Sportklettern

Neues Nachwuchsförderungskonzept im Sportklettern

Wirksame Jugendförderung kostet auch im Sportklettern Geld. Garantiert finanzielle Unterstüzung erhält, wer eine Talent Card von Swiss Olympic hat. Der Weg dazu führt via die regionalen Selektionen über den nationalen Testing Day. Der erste findet Mitte Oktober statt.

Im Sportklettern hängen die sprichwörtlichen Lorbeeren weit oben. Wer ganz an die Spitze – etwa in die Nationalmannschaft – will, der muss früh beginnen. Lukas Iseli, Cheftrainer des SAC, sagt: « Wer international vorne mitklettern will, der sollte mit 14 Jahren eine 7 c/8a klettern können. » Das Ziel vieler Jugendlicher, die sich in den Regionalzentren an den Kletterwänden und Boulderblocks abmühen, ist eine Swiss Olympic Talent Card, sie bestätigt das Potenzial der jungen Athleten. Wer so eine Karte besitzt, hat auch das Recht auf besondere Unterstützung, nämlich auf einen Nachwuchsförderplatz bei Jugend und Sport.

Gesiebt wird am Testing Day Der Weg zu den begehrten Talentkarten führt über den Testing Day. Dort werden die Nachwuchshoffnungen ausgewählt. Der SAC kann jährlich insgesamt 100regionale und etwa 20nationale Talent Cards vergeben. Aber der Ansturm ist viel grösser. « Wir erwarten mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer », sagt Lukas Iseli. Getestet werden neben der absoluten Kletterleistung die pure Kraft, das Gleichgewicht und die Koordinationsfähigkeit. Es geht aber vor allem um die Motivation: « Sportklettern muss für die Talente eine Herzensangelegenheit sein, die Eltern dürfen dabei nur eine unterstützende Rolle spielen », sagt Iseli. Sie dürften zwar Support geben, Druck auf ihre Kinder auszuüben, liege aber nicht drin. « Die Jugendlichen müssen wissen, dass sie sportlich auf dem richtigen Weg sind », so Lukas Iseli. Für jene, die am Testing Day gut abgeschnitten haben, ist der Weg aber noch nicht zu Ende. Danach werden die besten 18 bis 24 Talente zu zwei verlängerten Trainingswochenenden in Magglingen eingeladen. Hier gilt es nun ernst, denn nun wird entschieden, ob diese Nachwuchstalente in den Genuss einer Förderung durch Swiss Olympic mittels einer nationalen Talent Card kommen und damit neu in die Nationalmannschaft aufgenommen werden. Schweizer Sporthilfe: zweites Standbein Diese Karte erhöht auch die Chance auf zusätzliche Unterstütung der Schweizer Sporthilfe. Denn die Fördermittel von Swiss Olympic und der Schweizer Sporthilfe – seit 2001 waren es rund 330000 Franken für den SAC – fliessen dorthin, wo gute Nachwuchsarbeit geleistet wird. Entscheidend ist das Nachwuchsförderungskonzept des Verbands, aber auch die Leistungen der Spitzenathletinnen und -athleten sind von Bedeutung. Und hier hat der SAC einiges vorzuweisen. Katherine Choong, die aktuelle Junioren-A-Weltmeisterin, und Manuela Sigrist aus Steffisburg sind zwei der Talente, die aus der Schmiede des SAC stammen. Heute werden sie von Swiss Olympic speziell gefördert. Daneben können sie auch seit 2009 auf die Unterstützung von sogenannten Paten im Rahmen der Sporthilfe zählen, die für eine Athletin 2000 Franken pro Saison bezahlen.

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