Zwei Wochen auf der Medelser Hütte

Rückblick einer jungen Hüttengehilfin Q. < I Erste EindrückeEs kommt mir vor, als ob ich erst gestern in der Medelser Hütte angekommen wäre, und doch sind wir bereits an der abschliessenden Reini-gungsaktion: « Jetzt müssen wir noch die Tiefkühltruhe putzen, dann können wir aufbrechen !» Sind meine zwei Wochen als Hüttenassistentin bei Daniela und Michael wirklich schon vorbei? Michi hat mich doch erst gerade am Bahnhof Disentis abgeholt! Unzählige Fragen über das Leben in einer Hütte schwirrten in meinem Kopf herum. Aber stellen wollte ich sie noch nicht, denn schliesslich wollte ich nicht schon im ersten Moment meine Ahnungslosigkeit offenbaren.

Kurz hinter Curaglia parkte Michi den VW-Bus auf seinem Parkplatz, einem umzäunten Stück Feld. Der Zaun schütze das Auto vor den Rindern und Schafen, erklärt Michi, denn es sei schon mehrmals vorgekommen, dass sie Autos zerkratzt hätten. Ich war froh, dass ich einen Teil meines Gepäcks Michi übergeben konnte, denn schon nach den ersten paar Schritten warnte er mich, der Aufstieg sei « gäch ». Etwa zwei Stunden später stand ich mit rotem Kopf vor der Hütte. Dass der Weg so steil ist, hatte ich trotz allem nicht erwartet. Es schien mir, als ob er sich endlos in eine wunderschöne Bergwelt hinaufschlängeln würde, in eine Bergwelt, die ich vom ersten Augenblick an in mein Herz Schloss. Stolz zeigte mir Michi die Küche, die Toilette, das Gashäuschen, die Schlafräume und den Winterraum, wo ich mich einquartieren konnte. Lange überlegte ich, weshalb dieser ausgerechnet « Winterraum » heisst. Vielleicht weil er der kälteste Raum überhaupt ist? Später erfuhr ich, dass er so heisst, weil er auch im Winter für Gäste immer offen ist. Aber im Moment sah ich beruhigt zu, wie Michi für mein Nachtlager Wolldecke auf Wolldecke schichtete. Sieben Stück im ganzen. Nein, kalt würde es mir nicht werden, ganz gewiss nicht.

Kulinarisch auf der Höhe Gleich am ersten Tag putzten wir einen der beiden Schlafräume. Wolldecken ausschütteln, zusammenlegen, Kissen und Matratzen neu beziehen, Boden putzen, Bilder abstau-ben -Arbeit gab es genug. Nach und nach reinigten wir die ganze Hütte, denn auch die Wintergäste möchten an einem sauberen Ort übernachten.

Erstaunt und verwirrt zugleich war ich über das gastronomische Niveau. Auf 2524 Meter Höhe hatte ich eigentlich erwartet, dass es nur Suppe zum Essen gibt. Die gab es zwar auch, aber nur als Vorspeise. Dazu wurden immer selbstgebacke-nes Brot, frischer Salat, eine Haupt-speise und ein Dessert aufgetischt. Daniela sorgte dafür, dass alles fachgerecht serviert wurde, denn sie war vorher im Gastgewerbe tätig gewesen. Die Geburtstagstorten und frischen Desserts Messen ihrerseits auf Michis erlernten Beruf schliessen: Bäcker/Konditor. So wurden die Gäste regelrecht verwöhnt, und ich kam regelmässig ins Schleudern: Welches sind nun schon wieder die Teller für den Apfelstrudel? Und wo finde ich den Veltliner? Immer wieder musste Daniela mir helfen, etwas erklären, zeigen. Im Laufe der zwei Wochen fand ich mich in der Küche aber besser zurecht. Ich war ganz schön stolz, als ich zusammen mit Sabrina, einer anderen Hüttenassistentin, selbständig ein Menü für 10 Personen kochen konnte.

Gefrorene Wasserleitung « Wer geht die Wasserleitung öffnen ?» Stille. Sabrina und ich opferten uns für einmal. Wir gingen hinaus in die Abenddämmerung, die kühle Luft, den Schnee. Die Wasserleitung führt von einer Quelle in der Nähe des Piz Medel zur Hütte. Dort, wo sie am tiefsten hängt, etwa fünf Minuten von der Hütte entfernt, hatte Michi einen Hahn eingebaut. Damit das Wasser während der Nacht nicht in der Leitung liegenbleibt und gefriert, mussten wir jeweils am Abend diesen Hahn öffnen. Aber weil die Schneefallgrenze in der Nacht weiter sank, war am anderen Tag das Wasser trotzdem gefroren. So mussten wir den Vorratstank anzapfen und noch sparsamer mit dem Wasser umgehen. Dass es für uns noch reichen wird, wussten wir. Aber wenn im Oktober oder November kein Schnee liegt und die Wasserleitung gefroren ist, müssen Daniela und Michael das Wasser im 30 Minuten entfernten Lei Encarden holen gehen.

Trotz aller Arbeit hatte ich viel Zeit zum Wandern. Ich stieg zum Beispiel auf den Grat, um die schöne Aussicht auf den Medelsergletscher zu geniessen oder ein Steinmanndli zu bauen oder wanderte zum Lei En- Sabrina ( I ) und die Autorin beim Servieren des Desserts carden. Langeweile konnte gar nie aufkommen, denn wenn die Arbeit erledigt war, sorgten die herausfordernd auf dem Tisch liegenden Karten des « Uno»-Spiels für anregende Abwechslung.

Herzlich willkommen!

Der Schnee reicht mir bis zu den Knien, der schwere Rucksack drückt mich noch ein bisschen tiefer. Die Tiefkühltruhe ist geputzt, alle Fensterläden sind geschlossen, die Hütte ist vorbereitet für den Winter. Wir sind bereit zum Gehen. Das Hüttenwartpaar Daniela und Michael hat Im Rahmen des SAC-Jugendprogramms wurde auch auf der Medelser Hütte die Möglichkeit geboten, für zwei Wochen als Hüttengehilfin ( oder -gehilfe ) Arbeit und Leben auf einer SAC-Hütte kennen zu lernen.

Q. < Selten kann man von einem Arbeitsplatz aus eine derart beeindruckende Aussicht geniessen wie von der Medelser Hütte.

das Ziel von 1000 Übernachtungen nicht ganz erreicht, aber es kann nicht mehr lange dauern, bis sie soweit sind, denn am Service und der Betreuung liegt es bestimmt nicht. Ich schaue noch einmal zurück und sehe das Schild am Wegrand: « Herzlich willkommen in der Medelser Hütte bei Daniela und Michael ». Ja, hier war ich wirklich willkommen! Sandra Barben, Hilterfingen

/on Hütten und Biwaks lifugi e bivacchi Zabanes et bivouacs

stengünstige Anwendung überführt werden können. Deshalb wird die Solarenergie von politischen Kreisen ( z.. " " .B. « Energie 2000 » ) und privaten Institutionen unterstützt.

Das JugendSolarProjekt Mit dem 1998 von Greenpeace Schweiz lancierten « JugendSolarProjekt » soll die breite Anwendung der Solarenergie gefördert werden. Gleichzeitig sollen sich Jugendliche « in positiver und zukunftsgerichteter Art und Weise mit dem Thema Energie, einem Schlüsselproblem der Zukunft » auseinandersetzen können. Vorgesehen ist, dass Gruppen von Jugendlichen beim Bau von Solaranlagen mithelfen. JugendSolarProjekt stellt die fachliche Beratung zur Verfügung, organisiert die Jugendlichen, betreut die Öffentlichkeitsarbeit und organisiert einen Teil der Finanzierung der Anlagen. Dadurch reduzieren sich die Kosten für die Bauherrschaft um rund 50%. 1998 konnten unter anderem Projekte in Jugendherbergen und Pfadiheimen realisiert werden. 1999 sollen drei bis zehn SAC-Hütten für den Bau einer Solaranlage über dieses Projekt gewonnen werden.

Angebot an SAC-Sektionen Ein Mitmachen ist für den SAC und seine Sektionen von mehrfachem Vorteil:

-Wir helfen mit, die Solarenergie insgesamt zu fördern.

-Wirverbessern den nachhaltigen Betrieb unserer Hütten.

- Für Sektionen und Hütten, die mitmachen, besteht ein finanzieller Anreiz: Nur ungefähr 50% der Instal-lationskosten gehen zu Lasten der Sektion, der Rest wird vom Projekt und von Sponsoren übernommen.

- Für die betreffenden Hütten gibt es gratis Öffentlichkeitsarbeit.

Q. < Mit dem « JugendSolarProjekt » soll die breite Anwendung von Solarenergie in der Schweiz gefördert werden. Gleichzeitig sollen sich Jugendliche in « positiver und zukunftsgerichteter Art und Weise mit dem Thema Energie, einem Schlüsselproblem der Zukunft », auseinandersetzen können. Für die SAC-Sektionen bietet das Projekt eine ideale Gelegenheit, Solaranlagen auf ihren Hütten zu installieren.

Solarenergie - Hütten - Umwelt Es ist wünschenswert, in den SAC-Hütten einen möglichst hohen Anteil an erneuerbaren Energien zu erreichen. Dazu gehört neben einheimischem Holz und allfälliger Wasserkraft die Solarenergie. In den meisten Hütten werden zumindest schon das Telefon oder die Beleuchtung mit Solarstrom betrieben. Bezüglich Solarenergie bestehen jedoch für manche Hütten noch grosse Aus-baumöglichkeiten, sei es bei Photo-voltaikanlagen für Stromerzeugung oder Sonnenkollektoren für Warm-wasseraufbereitung/Heizungsunter-stützung.

Die Förderung der Solarenergie entspricht der Energiepolitik des Bundes. Nur wenn Solarenergie breit angewendet wird, wird sie aus der Pionierphase in eine breite und ko- Sonnenenergie ist im Gebirge reichlich vorhanden und wird auf SAC-Hütten schon genutzt, das Potential ist aber noch lange nicht ausgeschöpft; im Bild Capanna Sasc Fura, GR.

- Das Ganze dient dem Ansehen des Gesamtclubs.

- Wir gewinnen damit Jugendliche für einen Einsatz auf einer SAC-Hütte und können sie dabei gleich noch für die Bergwelt und den SAC begeistern.

Die Hüttenchefs und Hüttenwarte wurden Anfang Februar mit einem Rundschreiben und Informationsbro-schüren über das Projekt orientiert. Wir möchten die Sektionen ermuntern, von diesem interessanten Angebot zu profitieren.

Thomas Tschopp, Ressortleiter Natur/Infrastruktur im ZV, und Jürg Meyer, Beauftragter für den Schutz der Gebirgswelt

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