Zwölf Betten reserviert, keiner kommt

Letzten Frühling haben « Die Alpen » und die « Schweizer Hütten » über ein korrektes Reservations- und Annullationsverhalten informiert ( « Die Alpen » 3/2010 ). Mit wenig Erfolg. Im Juli und August 2010 wurden auf der Läntahütte SAC 14% der gebuchten Übernachtungen und Halbpensionen nicht in Anspruch genommen. Notabene, ohne dass eine Absage erfolgte. Schlimmer noch: vor allem an sonnigen Wochenenden, wo problemlos doppelte Bettenbelegungen hätten erzielt werden können. Durch dieses respektlose Verhalten wurden all jene bestraft, die noch Platz gefunden hätten. Leidtragend sind der SAC als Verband, die Sektion als Hüttenbesitzerin und der Hüttenwart.

Dass sich unter den Fehlbaren oft Sektionstouren, Fabe-Gruppen und Mitglieder der JO befinden, wirft ein besonders schlechtes Licht auf die SAC-Tourenleiter. Es kann doch nicht angehen, dass Tourenleiter am Vorabend zwölf Teilnehmer bestätigen, um anderntags – also wenige Stunden später – schulterzuckend mit sieben Teilnehmenden in die Stube zu treten. Oder dass um zehn Uhr morgens ganze Gruppen absagen, mit dem Hinweis, das Wetter sei ja eh nicht so toll, und die Gruppe habe sich schon in der ersten Wochenhälfte deutlich reduziert.

Wären es Einzelfälle, könnte der Ärger geschluckt und zum Tagesgeschäft übergegangen werden. Ein Minus von 14% innert zweier Monate, weil Reservationen nicht eingehalten werden, lässt sich aber nur mit mangelndem Respekt erklären. Dies ist umso schlimmer, weil jede und jeder auf die Hütten angewiesen ist, wenn er fern urbaner Zentren in der Bergwelt nächtigen, gut essen und anderntags auf gepflegten Wegen unterwegs sein will.

Wenn der Geist auf den Hütten solidarisch bleiben soll, nimmt dies nicht nur den Gastgeber, sondern eben auch die Gäste selber in die Pflicht. Und das heisst nichts weniger als korrektes und frühzeitiges An- und Abmelden.

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