Gauli- und Glärnischhütte bald in neuem Gewand Diese Projekte haben sich beim Architekturwettbewerb durchgesetzt

Alles andere als ein Schnellschuss: Wenn eine SAC-Hütte renoviert werden muss, wird sorgfältig abgewogen, ob, was und wie etwas umgesetzt wird. Der SAC lanciert dazu Architekturwettbewerbe. Die eingereichten Projekte werden auf Herz und Nieren geprüft und die jeweils beste Lösung gewählt. Nun stehen die Sieger für die Renovation der Gauli- und Glärnischhütte fest.

Die erste SAC-Hütte, die Grünhornhütte, entstand 1863 am Fusse des Tödis – im selben Jahr, als der SAC gegründet wurde. Seither hat der SAC 152 weitere SAC-Hütten gebaut oder übernommen. Heute baut der SAC zwar kaum neue Hütten, aber er unterhält und renoviert bestehende.

Die Bauart hat sich in den über 150 Jahren gewandelt – Nachhaltigkeit sind für den SAC dabei heutzutage selbstverständlich. Meistens geht es bei einer Renovation / Erweiterung einer SAC-Hütte deshalb darum, die wertvolle Bausubstanz der bestehenden Hütten zu erhalten und die veraltete Infrastruktur den heutigen Bedürfnissen und gesetzlichen Anforderungen anzupassen.

Pro Jahr werden durchschnittlich drei bis sechs Bauvorhaben umgesetzt. Meist führen dazu die Sektionen mit der Unterstützung des Ressorts Hütten und Infrastruktur der SAC-Geschäftsstelle einen Architekturwettbewerb durch. Die Sektionen können dann aus einem breiten Fächer an Lösungsvorschlägen das am besten geeignete Projekt auswählen – aktuell planen die SAC Sektionen Bern und Tödi die Gesamtsanierung und Erweiterung der Gaulihütte und der Glärnischhütte.

Das Siegerprojekt für die Gaulihütte wurde von der Werkgruppe AGW aus Bern erstellt und sieht eine bauliche Verdichtung zu einem neuen Ensemble mit zwei holzverschindelten Baukörpern vor. Die formale Charakteristik und die Typologie der bestehenden Hütten werden beibehalten, die erste Hütte von 1895 wird in Absprache mit der Denkmalpflege saniert und in den Betrieb integriert. Ein Zwischenbau wird ersetzt und mit einer neuen Treppe versehen. Mit kleineren Gästezimmern, neuen Komposttoiletten und verbesserten Hüttenwartsräumen wird die Hütte bestens für die Zukunft gewappnet sein. Die Energieversorgung wird konsequent mit erneuerbaren Quellen (Sonne, Holz und Bachwasser) gesichert.

Bei der Glärnischhütte schlagen die Architekten des Siegerprojektes – Jung Architektur aus Näfels – einen markanten, filigranen Anbau vor. Darin sind kleinteilige Gästezimmer, der Hüttenwartbereich und die Sanitäranlagen angeordnet. Auf dem Dach des Neubaus ist eine Terrasse geplant. Die alte Hütte wird nur sehr zurückhaltend umgebaut und den neuen Bedürfnissen angepasst. Auch die Glärnischhütte setzt auf erneuerbare Energiequellen und Komposttoiletten zur Verringerung des Wasserverbrauchs.