Abschied von Urs Kneubühl

« Das Alpine Museum ist ein Mittelklassewagen », so der scheidende Direktor Urs Kneubühl in seiner Abschiedsrede Ende September. Bei der Neueröffnung 1993 sei der Wagen auf 30 km/h plombiert worden. Urs Kneubühl übernahm das Steuer 1996 und kämpfte 15 lange Jahre gegen die Benzinknappheit. Schlimmer noch. Einige Male wurde die Luft aus den Pneus gelassen. Salopp gesagt: Das Museum lief auf den Felgen. Ich habe die Arbeit von Urs Kneubühl während 12 Jahren als Stiftungsrat begleitet und muss sagen: Erstaunlich, was Urs geleistet hat. Der ewige Kampf ums Geld, das Bitten und Bangen um die Basisfinanzierung bei den Stiftern. Sein Einsatz bei Stadt und Kanton Bern, aber auch beim Bund frass zeitweise mehr Energie als alles andere ( vgl. « Die Alpen » 5/2009 ). Trotzdem realisierte er mit seinem Team immer wieder spannende Ausstellungen. Erwähnt seien: « Achtung Klimawandel » ( vgl. « Die Alpen » 3/2008 ) und « Zimmer frei ». Die Sammlung – vielleicht seine eigentliche Leidenschaft – baute er im Bereich Bergfotografie zu einem Schwerpunkt aus. Wohl deshalb widmete er die letzte selbst kuratierte Ausstellung dem Pionier Jules Beck ( vgl: « Die Alpen » 10/2010 ). Seit 2005 setzte sich Urs Kneubühl für die Neupositionierung des Museums ein, das packt nun sein Nachfolger Beat Hächler an. Dass National- und Ständerat in Urs Kneubühls letzter Arbeitswoche ab 2014 den Betriebsbeitrag des Bundes auf jährlich eine Million Franken erhöht haben, ist sicher eine späte Genugtuung. Urs'Engagement für die Anerkennung des Museums beim Bundesamt für Kultur, aber auch bei Stadt und Kanton Bern sowie sein Einsatz in den Räten haben den Boden für diese Entscheide geebnet. Dafür danken wir ihm herzlich.

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