CIPRA – ein Dachverband für die Alpen.

Der SAC, der sich in seinen Statuten und seinem Leitbild dem Alpenschutz verpflichtet, hat das Ressort/die Kommission « Schutz der Gebirgswelt » mit der entsprechenden Aufgabe betraut. Um diese Arbeit erfolgreich angehen zu können, arbeitet der SAC mit Partnerorganisationen, die sich ebenfalls um umweltgerech-tes Handeln in der Alpenwelt kümmern, zusammen. In loser Folge werden diese Partner vorgestellt; den Anfang macht die CIPRA als internationaler Dachverband.

Die internationale Alpenschutzkommission CIPRA (Commission internationale pour la protection des alpes) ist mit ihren 48 Jahren schon fast eine «alte Dame». Sie setzt sich alpenweit für den Schutz der Bergwelt ein, hat sich aber bereits vor vielen Jahren vom reinen Schutzgedanken gelöst und das Anliegen der nachhaltigen Entwicklung ins Zentrum ihrer Aktivitäten gestellt. Entsprechend breit ist ihr Tätigkeitsfeld. Schon bei der Gründung im Jahre 1952 forderte sie eine alpenweite Schutzkonvention. Heute hat sie bei der Alpenkonvention, als deren «Mutter» sie gilt und auf die sie 39 Jahre warten musste, den offiziellen Status als Beobachterin.

Die CIPRA bringt den Gedanken der nachhaltigen Entwicklung als Einklang von Natur, sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung auf verschiedene Weise unter die Alpenbevölkerung. So gründete sie das Gemeindenetzwerk «Allianz in den Alpen», in dem Gemeinden aus allen Alpenländern von Frankreich bis Slowenien an der nachhaltigen Entwicklung arbeiten und untereinander eine rege Kommunikation betreiben. Die Sommerakademie «Brennpunkt Alpen» vermittelt jungen Akademi-kerinnen und Akademikern Wissen über die Besonderheiten der Alpen. Das der jährlichen CIPRA-Fachtagung1 zu Grunde liegende Thema wird jeweils als Tagungsband in eine Reihe integriert, die eine wertvolle Informationsquelle für Alpenthemen bildet. Der «Alpenreport»2, dessen zweiter Band nächstes Jahr erscheinen wird, bringt einem breiten Publikum mit einer Vielzahl von kurzen und leichtverständlichen Artikeln Probleme und Chancen des Alpenraumes näher. Und schliesslich vermitteln das in vier Sprachen erscheinende Bulletin « CIPRA-Info»3 sowie die Homepage auf www.cipra.org eine Vielzahl von Informationen über die Alpen, die Alpenkonvention und die CIPRA.

Der CIPRA gehören alle Alpenvereine an, vom SAC - seit 1988 Mitglied - über den Deutschen Alpenverein DAV, den Österreichischen Alpenverein ÖAV, den Club Alpin Français CAF, den Club Alpino Italiano CAI, den Liechtensteinischen Alpenverein LAV, den Alpenverein Südtirol AVS bis zum Slowenischen Alpenverein Planinska Sveza. Für diese Bergsportverbände im Alpenraum, die sich wie der SAC dem Gebirgsschutz verpflichtet haben, übernimmt die CIPRA Ko- ordinationsaufgaben. Das Wichtigste jedoch ist die Verbindung zu den im Alpenraum tätigen Umweltorganisationen.

Die internationale Geschäftsstelle der CIPRA befindet sich in Liechtenstein; die Alpenländer haben nationale Vertretungen. CIPRA Schweiz, mit Sitz bei Pro Natura in Basel, existiert seit Ende 1997 und wird von Miriam Behrens, Geschäftsführerin, und Dominik Siegrist, Präsident, geleitet. Der SAC, der zu den Gründungsmitgliedern von CIPRA Schweiz gehört, ist durch den Ressortbeauftragten für den Schutz der Gebirgswelt, Jürg Meyer, im Delegiertenrat vertreten.

Als erste Aufgabe ging die junge CIPRA Schweiz die schwierige Situation um die Alpenkonvention an. Mit fundierter Information und guten Kontakten gelang es ihr zusammen mit dem BUWAL, die Gebirgskantone von den Vorteilen der Alpenkonvention zu überzeugen und den Vorwurf der Schutzlastigkeit mit Fakten zuzerstreuen. Zurzeit befasst sich die CIPRA Schweiz mit dem Ziel, eine gemeinsame Tourismus-Strategie aller Mitgliedorganisationen zu erarbeiten. Für den SAC ist das Vorhaben insofern nicht ganz einfach, da er zusammen mit den Naturfreunden Schweiz auch die « Nutzer » der Berge zu vertreten hat. Es ist deshalb besonders wichtig, dass die Nachhaltigkeit und nicht allein der Schutz im Vordergrund steht. Denn schliesslich geht es beim Tourismus um den gewichtigsten Erwerbszweig in den Alpen, der allerdings vom kurzfristigen Gewinnstreben auf das Ziel einer langfristigen Erhaltung der wirtschaftlichen und natürlichen Lebensgrundlagen wechseln muss.

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