Das Aus für den Hexenbesen Neuerungen bei den Skitourenwettkämpfen

Für die bevorstehende Saison 2001 sind einige wichtige Neuerungen beschlossen worden wie die «Randos Nocturnes». Spektakulärer ist allerdings die zweite Änderung: Ab sofort ist die Hexenbesentechnik in der Abfahrt verboten. Im Januar nimmt das mit mehreren Damen und viel versprechenden jungen Talenten erweiterte Swiss Team die dritte Wettkampfsaison in Angriff.

Weil die Zahl der Wettkämpfe deutlich erhöht wurde, ist der Kalender der Saison 2001 besonders gedrängt. Nach Bivio und Diemtigtal tritt mit Grindelwald ein dritter Austragungsort in der Deutschschweiz an. In der Westschweiz ist es das Gebiet Portes-du-Soleil, das zum ersten Mal einen Skitourenwettkampf in mehreren Etappen organisiert, den Trilogiski. Da die Saison kurz ist, folgen sich die Wettkämpfe Schlag auf Schlag. Und damit die Wettkampfteilnehmer diesen Rhythmus überhaupt durchhalten können, wurde die Höhendifferenz in den Rennen nach unten korrigiert; sie bewegt sich nun um die 2200 Meter. Hingegen wurden die Profile der Rennen überarbeitet, damit sie technischer und selektiver wirken.

In dieser Saison versucht die Sportart Skitourenwettkampf dadurch Zuschauer zu gewinnen, dass die Wettkämpfe von den Skipisten aus verfolgt werden können, ohne dass für die Athleten der typische Charakter eines Skitourenwettkampfs- in den Bergen und ausserhalb der Skipisten -verloren gehen wird.

Diesen Winter finden ausserdem fünf «Randos Nocturnes» statt. Diese Wettkämpfe, die auf markierten Pisten durchgeführt werden und nur den Aufstieg umfassen, sollen den Sport bekannt machen. Anfänger können so den Skitourenwettkampf in einem populären Rahmen kennen lernen. Es wird ein Gesamtklassement auf der Basis von drei Resultaten erstellt.

Der Abfahrtstechnik, bei der man rittlings auf beiden Stöcken sitzt und zu Tal fährt, schlägt die letzte Stunde. Im Schweizer Cup und in der Schweizer Meisterschaft ist sie nicht mehr erlaubt. Diese Entscheidung, die in der Kommission des SAC und von den Organisatoren einstimmig gefällt wurde, stützt sich auf zwei zentrale Überlegungen. Erstens geht es um die Sicherheit der Wettkämpfer. Die Hexenbesentechnik hinterlässt nämlich in weichem Schnee tiefe Spuren, die für die nachfolgenden Skifahrer gefährlich werden können. Zudem wollte man die sportliche Fairness bewahren. Die aus Italien importierte Technik wurde vor allem von Skitourenwettkämpfern mit Langlauf- und Telemarkski bevorzugt. Sie hatten in den Partien, die zu Fuss zurückgelegt werden müssen, wegen des geringeren Gewichts der Ausrüstung und vor allem der Skischuhe einen Vorteil gegenüber den anderen Wettkämpfern. Ab sofort ist der Einsatz von Langlauf- und Telemarkski verboten, sodass alle mit dem gleichen Material unterwegs sind.

Der internationale Verband ISMC (International Council for Ski Mountaineering Competitions) meldet die offizielle Aufnahme von Slowenien, Marokko und Chile als neue Mitglied-länder. Mit dieser Vergrösserung kann der Verband daran gehen, eine Weltmeisterschaft auszuschreiben und das Ziel Teilnahme an Olympischen Spielen weiter zu verfolgen.

Angesichts dieser Entwicklung beschloss die SAC-Kommission, das Nationalkader zu erweitern. Die bei den Frauen in die Wege geleiteten Massnahmen haben Früchte getragen: Mittlerweile treten acht Wettkämpferinnen zu den Rennen an, nachdem sie vor zwei Jahren noch vollständig gefehlt hatten. Neu wurde eine Gruppe mit den ältesten Junioren ins Swiss Team aufgenommen. Mit dem Einsatz mitten in der Weltelite sollen die Talente jene Erfahrung sammeln, die sie für den Weg an die Spitze brauchen.

Unter der Verantwortung von Romain Ducret und Raphy Frossard wurden drei regionale Ausbildungs- und Trainingszentren - zwei in der Westschweiz, eines in der Deutschschweiz - geschaffen. Sie werden von den erfahrenen Wettkämpfern Guy Richard, François Bussard und Willy Marti geleitet. Die Zentren stehen allen JO-Mitgliedern (männlich und weiblich) ab 15 Jahren offen, die sich für den Sport interessieren. In den Zentren soll der Nachwuchs mit Training und Kursen, die auch alpine Techniken wie Anseilen und Sicherung umfassen, zu Skitourenwettkämpfern ausgebildet werden. Die besten sollen als Junioren im Swiss Team an internationalen Wettkämpfe teilnehmen können.

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