Das Expeditionsgeschehen im indischen Himalaya

Im vergangenen Jahr zogen die Siebentausender Indiens keine grosse Zahl von Expeditionen an, und es gab keine Erstbesteigung. Dagegen wurden die weniger hohen Berge häufiger besucht. Die Indian Mountaineering Foundation hat ihre Réglemente revidiert und die Besteigungsgebühren erhöht.

Kumaon und Garhwal Die Nanda Devi E ( 7434 m ) wurde von zwei Teilnehmern einer koreanischen Mannschaft ( bestehend aus insgesamt vier Personen ) bestiegen. Sie waren von zwei Sherpas begleitet und erreichten den Gipfel über den S-Grat, der erstmals 1939 von einer polnischen Expedition begangen und seither ein- oder zweimal wiederholt worden war.

Der Chaukhamba II ( 7068 m ) wurde am 14. Mai von zwei Alpinisten einer neunköpfigen koreanischen Gruppe bestiegen. Dabei handelte es sich um die zweite Besteigung vom Gangotri-Gletscher aus mit einer Variante über den NE-Grat ( im Gegensatz zur Erstbesteigung 1995 durch eine indische Expedition, die den NW-Grat benützte ).

Zwei Expeditionen, eine spanische und eine deutsche, versuchten vergeblich, im September/Oktober den Trisul ( 7120 m ) zu besteigen. Erfolglos waren auch vier Briten am Changabang ( 6864 m ), die die Erstbegehung der 1600 m hohen Nordwand versuchten und am 15. Juni eine Höhe von 6200 m erreichten.

Zwei Mitglieder einer koreanischen Gruppe erreichten am ^.Sep-tember den Gipfel des Mana Parbat II ( 6771 m ) über den W-Grat.

Der Gipfel des Gangotri I ( 6672 m ) wurde am 3O. September und am 1. Oktober von vier Japanern betreten und jener des Gangotri II ( 6590 m ) am sche Gruppe ( Normalroute ); am Thalay Sagar ( 6904 m ) durch vier Expeditionen, eine koreanische im Mai/Juni an der NW-Wand, eine amerikanische zwischen August und Oktober an der N-Wand, eine australische über den N-Grat und eine spanische, die wegen der Erkrankung des Expeditionsleiters abbrechen musste; am Meru ( 6660 m ) durch vier Deutsche an der E-Wand; an der Nanda Ghunti ( 6309 m ) durch Briten am E-Grat im September/Okto-ber; am Panch Chuli ( 6312 m ) durch fünf Teilnehmer einer von Divyesh Muni geleiteten Gruppe im Mai.

Erfolge waren an folgenden noch nicht erwähnten Bergen zu verzeichnen: am Bhrigupanth ( 6772 m ) durch Tschechen durch die SE-Wand; am Jaonli ( 6632 m ) durch eine indische Mannschaft der Doon School von Dehra Dun am 16. Juni; am Jogin ( 6465 m ) über den SE-Grat am 28. Juni durch drei Teilnehmer eines Teams aus Singapur; am Sri Kailash ( 6931 m ) am 26. September durch eine indische Blick auf die Nordwand des Changabang ( 6864 m ) Die NE-Seite des Chombu ( 6362 m ) Gruppe. Weiter bestieg eine indo-amerikanische Gruppe, die vom Himalayan Club unterstützt wurde, fünf bis 5805 m hohe Gipfel im Tal der südlichen Parvati.

Kullu und Lahaul Der Kullu Pumori ( 6553 m ) wurde am 2O. und 22. Juli von sieben Teilnehmern einer indischen Gruppe bestiegen. Ihr stellvertretender Leiter Premiai ertrank später beim Überqueren des Flusses Karcha. Der gleiche Berg wurde am 27. September durch 14, am nächsten Tag durch 13 weitere Teilnehmer einer indischen Armeegruppe mit acht Frauen bestiegen.

Weitere erfolgreiche Besteigungen: Am Tindurasi ( 6004 m ) im Tal der Thirot, Lahaul, führten zwei Spanier die Erstbesteigung durch. Der C.B.13 wurde am 16. August von vier Indern und der C.B.14 am 14. August von zwei Japanern bestiegen. Der Chham-ser Kangri ( 6622 m ) wurde von drei verschiedenen indischen Teams im Juli/August erklettert; den Kang Yis-say ( 6400 m ) bestieg am 4. Juli ein Teilnehmer einer Österreicher-Expedi-tion zusammen mit zwei Trägern über die N-Wand und den W-Grat. Der K.R.4 ( 6340 m ) wurde am 14. August über die N-Wand und den N-Grat durch drei Japaner und der Gangstang ( 6164 m ) am 12. August durch drei Alpinisten einer Gruppe von Indern aus Kalkutta zusammen mit zwei Trägern bestiegen.

Assam Der Gipfel des Gorichen ( 6858 m ) wurde am 27. September durch eine Expedition der indischen Armee und jener des Gorichen Ost ( 6422 m ) am 18. Oktober durch einen Teilnehmer einer Gruppe aus Kalkutta mit zwei Sherpas erreicht.

Sikkim Sechs Briten und Oberst Sandhu erklommen unter der Leitung von Doug Scott den Chombu Ost ( 5745 m ) und erkundeten die Hauptgipfel des Chombu ( 6362 m ) und des Gurudong-mar ( 6715 m ) während einer anhaltenden Schlechtwetterperiode im Oktober. Die Gruppe musste die Besteigungsgebühren zweimal bezahlen - sowohl der Indian Mountaineering Foundation als auch der Regierung von Sikkim!

Neue Gebühren und revidiertes Reglement Am 26. Oktober 1996 revidierte die Indian Mountaineering Foundation die Besteigungsvorschriften und die Gebühren, die ausländische Expeditionen beachten müssen, wenn sie im indischen Himalaya klettern wollen. Hier die neuen Gebühren ( in Klammer die früheren ):

Shivling ( 6543 m ), NW-Wand Gipfel unter 6000 m: gratis750 ) 6001 m-6500 m: $1500 ( $1125 ) 6501 m-7000 m: $2000 ( $1600 ) über 7001 m:30002250 ) Nun und Kun:30002815 ) Gipfel in « restricted areas»:40003750 ) Gipfel im östlichen Karakorum:40003750 ) Die vier ersten Gebührenstufen gelten für eine Gruppe von 12 Personen. Für jede zusätzliche Person ( bis 16 ) kommt eine Gebühr von $ 300 dazu. Die zwei letztgenannten Tarifgrup-pen gelten für eine Gruppe von höchstens acht Ausländern, die Teil einer gemeinsamen Expedition mit Indern ist ( die Gruppe darf insgesamt höchstens 16 Personen, d.h. acht Inder abgesehen von den anderen Alpinisten, umfassen ). Im östlichen Karakorum werden nur solche gemischten indisch-ausländischen Expeditionen zugelassen.

Schliesslich wird von nun an aus Umweltschutzgründen ein Depot von $ 1000 verlangt. Das Depot wird zurückbezahlt, wenn man ein durch den Begleitoffizier ausgestelltes « All Clear Certificate » vorweisen kann. Weiter muss jede Expedition eine Umweltschutztaxe von $ 300 bezahlen.

Trevor Braham, Lausanne ( ü )

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