Der Himalayan Club

Alpine Geschichte, Kultur, Erzählungen

Der Himalayan Club

Geschichte und Tätigkeit

Der Himalayan Club, dessen Sitz In den zwanziger Jahren gab es erst sehr wenige Himalayaexpeditionen, die meistens von Einzelpersonen oder kleinen Gruppen durchgeführt wurden. Einige der grössten Gletscher waren schon zuvor besucht worden, doch Bergbesteigungen fanden nur selten statt. Die erste erfolgreiche grosse Besteigung war jene des Trisul ( 7120 m ) im Garhwal durch T. G. Longstaff mit zwei Bergführern aus Courmayeur, Henri und Alexis Brocherel. Zwischen 1910 und 1912 bestieg ein schottischer Arzt, A. M. Kellas, drei Gipfel ( zwischen 6800 und 7125 m ) im Norden von Sikkim. Er war der erste, der Sherpas als Hochgebirgsträger anstellte und ausbildete. Abgesehen von den ersten Expeditionen an den Everest 1921, 1922 und 1924 wuchs das Interesse an den Bergen der Himalayaregion erst nach der Gründung des Himalayan Club 1928.

Praktische Unterstützung und Verbindungsglied In den dreissiger Jahren wurden einige grosse nationale Expeditionen organisiert, die die Erstbesteigung der höchsten Gipfel zum Ziel hatten: Everest, Kangchenjunga, K2 und Nanga Parbat. Alle diese Expeditionen wurden vom Himalayan Club in hohem Masse unterstützt: Er kümmerte sich um die Zollabfertigung ihrer Ausrüstung und Lebensmittel, um die Verhandlungen für die Anstellung von Sherpas und Trägern. Weiter stellte der Himalayan Club normalerweise einen ehrenamtlichen Begleitoffizier, der der Expedition die Anreise bis an den Berg erleichtern sollte. Dies wurde zu einer der traditionellen Aufgaben des Himalayan Club in jener Epoche, in der die Zahl der grossen Expeditionen nur vier bis fünf pro Jahr betrug. Der Club führte eine Liste der Sherpas, und jeder von ihnen erhielt ein Buch, in dem die schriftlichen Berichte der Expeditionsleiter festgehalten waren. Ein « Tiger»-Abzeichen wurde den besten Sherpas für aussergewöhnliche Dienste verliehen.

Die höchsten in jener Zeit bestiegenen Berge waren der Jongsang Peak ( 7483 m, 1930 ), der Kämet ( 7786 m, 1931 ), der Kabru ( 7335 m, 1935 ) und die Nanda Devi ( 7816 m, 1936 ). 1939 und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zählte der Club ungefähr 500 Mitglieder.

Die goldene Epoche des Himalayabergsteigens Die Erstbesteigung der Annapurna 1950 setzte den Anfangspunkt zur goldenen Epoche des Himalayabergsteigens. Sie dauerte zehn Jahre, in denen 13 der 14 Achttausender durch Expeditionen aus verschiedenen Ländern bestiegen wurden. Die Zunahme des Himalayabergsteigens führte auch zu einer Vergrösserung des Himalayan Club, der von da an ungefähr 1000 Mitglieder zählte, darunter Alpinisten aus allen Ländern, in denen der Alpinismus ausgeübt wird.

Gegen Mitte der sechziger Jahre verschob sich das Zentrum der Hima-layatätigkeit nach Nepal. Die erste Agentur wurde in Kathmandu eröffnet mit dem Ziel, Gruppenreisen für Touristen und Bergsteiger zu organisieren. Dies war der Anfang einer neuen Epoche: Von nun an nahm die Zahl der Himalayabesucher ständig zu, bis heute, wo diese Zahl in unendliche Höhen gestiegen ist, was nicht immer ein Segen ist.

Die Organisation des Himalayan Club und die heutige Ausrichtung Der Himalayan Club ist kein kommerzielles Unternehmen, sondern ein privater Verein, der durch die Mitglie- Der Shani Peak ( 5886 m ) im Nordwesten des Gilgit-Tals ( Karakorum ) derbeiträge finanziert wird. Der Präsident, der Vorstand und die anderen Verantwortlichen, zu denen auch die lokalen Vertreter in zahlreichen Ländern gehören, arbeiten ehrenamtlich. Was bietet der Himalayan Club seinen Mitgliedern heute?

In erster Linie gibt er das Himalayan Journal heraus, eine jährlich erscheinende, weltweit anerkannte Publikation, die den Mitgliedern gratis abgegeben wird und die Chronik der Himalayaexpeditionen jedes Jahres enthält. Die bis heute publizierten 52 Bände stellen die beste Himalaya-chronik von 1928 bis heute dar und sind eine wertvolle Quelle für Informationen über den Himalaya. Darüber hinaus erhalten die Mitglieder einen jährlichen Newsletter voller Informationen zu verschiedenen Themen, die alle Aspekte des Himalaya behandeln. Die Wertschätzung, von der der Club in Indien profitiert, und die enge Verbindung zu verschiedenen Instanzen - offiziellen oder anderen - gibt ihm eine ausgezeichnete Position, um seine Mitglieder über die Entwicklung der Regelungen, der Gebühren und des Vorgehens im Zusammenhang mit dem Himalayabergsteigen zu unterrichten. Jenen, die lieber unabhängig reisen wollen, liefert der Club wertvolle Auskünfte über die besten Gebiete. Gerne empfängt er in Indien Besucher oder lädt Gäste dazu ein, an Versammlungen das Wort zu ergreifen. Vertreter des Clubs in Indien oder anderen Ländern sind immer gerne bereit, Mitgliedern Auskünfte zu geben und Treffen zu organisieren.

Leute in der Schweiz, die sich in irgendeiner Form für den Himalayan Club interessieren, können sich richten an: Himalayan Club, c/o Aamir Ali, 14, chemin de la Tourelle, 1209 Genève.

Gem. Mitlg. ( ü

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