Favoriten nicht mehr unangefochten Die Kletterwettkämpfe starten

Die Schweizer Favoriten der Saison 2011 sind nach wie vor Alexandra Eyer und Cédric Lachat. Doch dahinter ist eine junge Generation von Nachwuchstalenten nachgerückt, die im Kampf um die Spitzenplätze ein ernsthaftes Wort mitreden werden.

Es ist immer auch viel Spekulation dabei, wenn man die Favoriten einer eben beginnenden Wettkampfsaison benennen möchte.. " " .Verletzungspech, private Projekte oder andere Dinge können die Ranglistenspitze schnell auf den Kopf stellen. Wir haben trotzdem einen Ausblick gewagt und nennen Namen, die man sich merken sollte:

Die bekanntesten sind wohl Alexandra Eyer ( 29 ) und Cédric Lachat ( 26 ). Seit vielen Jahren beherrschen die beiden die Schweizer Kletterszene und haben sich auch international einen Namen gemacht: die Zürcherin zuletzt mit Bronze an der Europameisterschaft-Kombinationswertung 2010 und dem fünften Platz im Lead, der Romand gar mit Gold in der Europameisterschaft-Kombinationswertung 2010 und als Bouldereuropameister 2010. Beide werden auch in diesem Jahr sicher in den vordersten Rängen klassiert sein. Doch der Nachwuchs ist ihnen auf den Fersen.

Eine Athletin, die in der letzten Saison immer präsenter wurde, ist die 19-jährige Petra Klingler1. Sie beendete die Saison sowohl im Bouldern als auch im Speedklettern als Schweizer Meisterin. Dafür heimste sie auch den Titel der Zürcher Nachwuchssportlerin des Jahres 2010 ein. International hat sie in der Elite erst einmal eine Platzierung unter den ersten zehn geschafft. Dass sie aber über grosses Potenzial verfügt, zeigte unter anderem der elfte Rang am Boulderweltcup in München. Da war sie zusammen mit Tabea Schwab, Remo Sommer, Kevin Hemund und Trainer Lukas Iseli angereist, um im weltbekannten Münchner Olympiastadion Boulderprobleme auf höchstem Niveau zu lösen. An die beiden Wettkampftage strömten laut Veranstalter 5000 Zuschauer, um die Kletterer aus aller Welt anzufeuern. Bei Petra Klingler schien das zu wirken: « Je mehr Zuschauer, desto besser !» Ein wichtiges Ziel im Jahr 2011 ist für sie der Start in der Kombinationswertung, also auch in der dritten Disziplin, dem Lead.

Ein weiterer Shootingstar der Schweizer Sportkletterszene heisst Manuela Sigrist2 ( 18 ). Die zierliche Bernerin belegte in der Europacup-Gesamtwertung 2010 der Juniorinnen den zweiten Platz. Ihre Hauptdisziplin ist das Leadklettern. Wie Petra Klingler steht auch sie kurz vor der Matur, doch man darf zuversichtlich sein, auch in der Saison 2011 viel von ihr zu hören. Drei weitere Namen, die uns sicher über die Saison begleiten werden: Katherine Choong3 ( 19 ), Amanda Rohner4 ( 17 ), Rebekka Stotz5 ( 18 ).

Eine durchwachsene Saison hatte 2010 Remo Sommer6 ( 24 ). Er konnte zwar die Führung in der Gesamtwertung des Swiss Climbing Cup für sich verbuchen, an den Meisterschaften lief es für ihn aber jeweils nicht so gut:

Angetreten als Favorit, verpasste er bei den Speedmeisterschaften das Podest knapp. Der Ostschweizer Martin Jaggi7 ( 28 ) hat sich mit Remo in der letzten Saison so manch spannendes Duell geliefert. Den Kampf um einen Podestplatz konnte er an der Schweizer Meisterschaft im Speedklettern für sich entscheiden und landete vor Remo auf dem dritten Platz. Doch in der Gesamtwertung des Swiss Climbing Cup musste er sich auf dem zweiten Rang hinter Sommer einreihen. Man darf also auf die kommende Saison gespannt sein.

Daneben gibt es aber sicher drei weitere Namen, die man sich unbedingt merken sollte: Franz Krakenberger8 ( 18 ), Benjamin Blaser9 ( 20 ) und Kevin Huser10 ( 15 ).

Im Vergleich mit der internationalen Elite wird es für die Schweizerinnen und Schweizer aber einiges an Biss brauchen, um auf die Spitzenplätze zu kommen. Nimmt man nicht die Weltmeisterschaften, sondern die Weltcupserie als Gradmesser für den Leistungsstand, besteht doch ein grosser Abstand zur Spitze. Sieht man sich die Weltcup-Gesamtwertung 2010 an, betrug da der Abstand der besten Schweizerin zum dritten Platz 8 Ränge im Lead und 24 Ränge im Bouldern. Bei den Herren sah es leicht besser aus: 14 Ränge im Lead und 10 Ränge im Bouldern fehlten für den dritten Rang. Doch die Aussichten sind nicht schlecht – Daumen drücken lohnt sich also!

 

 

Wettkampf-Highlights

Highlights gibt es in diesem Jahr etliche: Allen voran die Weltmeisterschaft in allen drei Disziplinen im oberitalienischen Klettermekka Arco im Juli, aber auch die Jugend-WM im österreichischen Imst Ende August. In der Schweiz startet die Elite-Wettkampfsaison am 26. März in Genf mit Bouldern, als Teil der Bächli Swiss Climbing Cup-Serie ( BSCC ). Schweizer Höhepunkte sind sicher die Boulder-Schweizermeisterschaft ( SM ) in Grindelwald, die SM im Lead-Klettern in Niederwangen und die SM im Speed-Klettern in St. Gallen. Letzte Station des BSCC wird die Züspa in Zürich sein. Infos und Resultate wie immer unter www.sac-cas.ch > Wettkampfsport > Sportklettern. Wer es nicht selber an die Wettkämpfe schafft, hat gleich vier Mal die Gelegenheit, die Favoriten im Schweizer Sportfernsehen zu sehen:

– 24. Mai, 21 Uhr: Jugend Schweizer Meisterschaft Bouldern in Lugano

– 14. Juni, 21 Uhr: Schweizer Meisterschaft der Elite im Bouldern in Grindelwald

– 6. September, 21 Uhr: Athleten im Fokus

– 11. Oktober, 20 Uhr: Schweizer Meisterschaft im Speed an der Züspa in Zürich

Wiederholungen siehe Programm www.schweizersportfernsehen.ch

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