Gipfel des Anstosses

Seit 175 Jahren trägt der 3946 Meter hohe Gipfel neben dem Finsteraarhorn seinen Namen: Louis Agassiz. Der Wissenschaftspionier und Gletscherforscher benannte den Berg am 10. August 1840 auf einer Expedition ins Lauteraargebiet nach sich selbst. Heute hat es der Gipfel zu zweifelhaftem Ruhm gebracht.

Seit bekannt wurde, dass Agassiz rassistische Thesen vertrat, fordern Aktivisten weltweit, dass sein Name von den Landkarten verschwindet. 2008 flog die Künstlerin Sasha Huber per Helikopter auf den Gipfel und forderte die Umbenennung in «Rentyhorn», nach einem von Agassiz abgebildeten Sklaven. Franz Hohler folgte 2011 zu Fuss und deponierte auf dem Gipfel ein Gedicht. Eine entsprechende Petition wurde von rund 2500 Personen unterzeichnet. Die Standortgemeinden lehnten die Umbenennung 2010 jedoch ab.

Am 28. August soll an der Eröffnung der Wanderausstellung «Gletscherforscher, Rassist: Louis Agassiz» in St. Gallen erneut auf das Anliegen aufmerksam gemacht werden. Die Ausstellung war zuvor bereits in Grindelwald und auf dem Eggishorn zu sehen.

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