Höhlenbären und Kinder-Bärenparadies. Ausstellung im Schweizerischen Alpinen Museum Bern

Der vor über 10 000 Jahren in den Alpen ausgestorbene Höhlenbär erscheint dank aussergewöhnlicher Funde in einem neuen Licht, wie die Ausstellung im Schweizerischen Alpinen Museum dokumentiert. Die lebensgrosse Nachbildung, aber auch das Bärenparadies – mit zeitweiser Betreuung – bilden die für Kinder besonderen Anziehungspunkte.

In einem ersten Teil der Ausstellung werden die Besucher mit der Entwicklung der Bären und der Verwandtschaft der Rassen vertraut gemacht. Sie erfahren, wie sich die Grossbären von Fleisch fressenden Raubtieren zu Allesfressern wandelten und wie sich daraus der Pflanzen fressende Höhlenbär entwickelte. Im zweiten Teil beschäftigt sich die Ausstellung mit den Funden aus den Bündner Sulzfluhhöhlen bei St. Antönien und aus der Conturineshöhle im Südtiroler Gadertal. 2 Dabei stammen 95% der Funde von 80000 bis 120000 Jahre alten Höhlenbären, der Rest ist dem Braunbären, Wolf und Vielfrass zuzuordnen.

Im dritten Teil schliesslich wird das Vorgehen bei Ausgrabungen und die Rekonstruktion der urzeitlichen Lebenswelt anhand von Zähnen und Knochen gezeigt. Daraus werden dann wissenschaftliche Theorien abgeleitet wie beispielsweise jene vom Höhlenbären, der als reiner Pflanzenfresser während der letzten Eiszeit nur in Zwischenphasen, in denen es vermutlich wärmer war als heute, in den Alpen leben konnte. Weitere Themen wie die Frage nach dem Grund des Aussterbens vor rund 10000 Jahren bleiben vorderhand Spekulation.

Augenfällig neben zahlreichen Origi-nalobjekten ist sicher die Nachbildung eines Höhlenbären in Originalgrösse, basierend auf einem kompletten Skelett-fund eines Höhlenbären, der wichtige Angaben über die Masse und die Stellung des Tieres lieferte. Das zweite besondere Objekt ist ein komplettes Skelett, das in den USA auf Grund des Fundmaterials hergestellt worden ist.

Bärenparadies für Kinder Als spezielle Attraktion wurde in der Ausstellung eine Höhle aufgebaut, in der Kinder dem Berner Wappentier in Büchern, Spielen und Geschichten begegnen können. Betreuerinnen für die kleinen Besucher, Wettbewerbe mit tollen Preisen für Gross und Klein und verschiedene Workshops für Schulklassen und für erwachsene Besucher machen die interessante Ausstellung noch attraktiver. 3

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