Jahresbericht des Zentralverbandes: Positive Entwicklung mit Zwischentönen

Die SAC-Hütten erzielten einen neuen Übernachtungsrekord und übertrafen damit den Jahrhundertsommer 2003. Der Verlag hat einen Rekordumsatz erreicht, die Anzahl Kursteilnehmer ist gegenüber dem Vorjahr stark angestiegen, die Inserateeinnahmen konnten auf dem sehr hohen Vorjahresniveau gehalten werden, und nicht zuletzt freuen wir uns weiter steigender Mitgliederzahlen. Von der Krise also keine Spur. Gehört der SAC gar zu den Nutzniessern?

Es ist durchaus möglich, dass Ferien in den Bergen mit Übernachtungen in preiswerten SAC-Hütten eine attraktive Alternative zu Reisen an ferne Orte darstellen. Die positive Entwicklung bei den Inserateeinnahmen und Buchverkäufen passt zur positiven Entwicklung bei den Outdoorherstellern – das ist ein sicheres Indiz dafür, dass der viel zitierte Outdoortrend anhält.

Die SAC-Mitglieder, aber auch viele andere suchen in den Bergen das Naturerlebnis, die Ruhe, die Einfachheit – kurz, sie suchen eine Gegenwelt zum urbanen Siedlungsgebiet. Andere wiederum suchen in den Bergen das Erlebnis, erwarten aber komfortable Infrastrukturen wie Bergbahnen, Bergrestaurants und beschneite Pisten. Dies führt zu Konflikten, auch im SAC. Für die einen sind die Berge ihr Lebens- und Wirtschaftsraum, für die anderen sind sie Natur- und Erholungsraum. Das Berggebiet kommt als Lebens- und Wirtschaftsraum unter Druck – es wird um jeden Arbeitsplatz gekämpft. Aber auch der Druck auf den Natur- und Erholungsraum im urbanen Mittelland wird grösser – es wird deshalb um jeden Quadratmeter unverbaute und ruhige Gebirgslandschaft gestritten. Wir im SAC müssen uns als Nutzer und Schützer des Gebirgsraums mit diesem Spannungsfeld auseinandersetzen und gemeinsam vernünftige Lösungen anstreben.

Ein Beispiel, das zeigt, dass es dem SAC immer wieder gelingt, die verschiedenen Ansprüche unter einen Hut zu bringen, ist die Aus- und Fortbildungspflicht für Tourenleitende, die ab 2010 gilt. Im Hinblick darauf wurde eine zentrale Tourenleiterdatenbank erstellt. Über 3000 Datensätze von Tourenleiterinnen und Tourenleitern sind erfasst und können nun von den Tourenchefs online via Internet verwaltet werden. Schon letztes Jahr erfreuten sich die Tourenleiterkurse zunehmender Beliebtheit, wie die Grafik zeigt. Vor allem die Zahl der Teilnehmerinnen ist bemerkenswert. Unter den 474 Teilnehmenden waren 122 Frauen. Das sind mehr als 25%. Aber auch die Basiskurse wurden rege besucht, was zeigt, dass es richtig ist, der Ausbildung im Bereich Bergsport und Jugend grosses Gewicht zu geben.

Das beweist auch das Projekt « Klettern macht Schule ». Es ist auch im elften Jahr eine Erfolgsgeschichte. 23 Wochen lang war die mobile Kletterwand in Schulen im Einsatz, um Kindern den Klettersport näherzubringen und so eine Basis für den Nachwuchs zu legen. Am anderen Ende der Nachwuchspyramide steht das Projekt « Leistungsbergsteigen ». 37 Jugendliche meldeten sich für die Teilnahme am dreijährigen Projekt, mit dem Ziel, im dritten Jahr eine Expedition zu realisieren. Inzwischen wurden 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer selektiert.

Informationen Ausführlichere Informationen zur Jahresrechnung, Berichte über Aktivitäten und Projekte und diverse Statistiken des SAC werden in einem eigenständigen Jahresbericht publiziert. Der Bericht steht auf www.sac-cas.ch unter der Rubrik Downloads zur Verfügung.

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