Kindermenü für kletternde Kinder

Gut abgesicherte Klettergärten sind für die immer zahlreicher werdenden Kinderbergsteiger und -bergsteigerinnen gefragte Ziele. Da in den bisherigen Kletterführern Hinweise auf kinderfreundliche Routen fehlten, gestaltet sich die Tourenplanung in diesem Bereich oft alles andere als einfach.

Gute Restaurants führen nicht nur eine separate Weinkarte, auch die Kinder haben ihre eigenes Menü. Abgesehen davon, dass eine Portion halb so gross ist, hebt sich das Kinder-angebot durch so klingende Namen wie Donald-Duck-Teller oder Pingu-Eis von der Speisekarte für Erwachsene, von der Bratwurst mit Rösti oder dem Chateaubriand an Rahmsauce, ab. Selbstverständlich sind die Illustrationen der Kinderkarte zum Ausmalen, die Farbstifte stehen auf dem Tisch bereit.

Gesucht: Kletterrouten für Kinder Mit Farbstiften könnten Kinder auch manchen Kletterführer attraktiver gestalten, doch das wird wohl das einzige sein, was sie mit den trockenen Texten oder den Topo-Strichcodes anfangen können. Ruedi Meier, SAC-Beauftragter für das Kinderbergsteigen und Autor des Buches Bergsteigen mit Kindern\ betont, wie schwierig es ist, geeignetes Klettergelände für Kinder zu finden: « Entweder sind die Routen zu steil und kompakt oder aber geneigt und brüchig, oft sind einfache Touren auch schlecht abgesichert. » Gütesiegel « kinderfreundlich » Zum Glück wandelt sich dieser Zustand zum Besseren, und nicht zuletzt ist das dem Bergführer und ehemaligen Spitzenkletterer Jürg von Känel zu verdanken, der sich stets für eine vernünftige Absicherung auch in einfacheren Seillängen eingesetzt hat. Viele Kletterer sind diesem Aufruf gefolgt, und so entstand in den letzten Jahren ein immer reicher werdendes Angebot von Genussklettereien.

Erlaubt jedoch eine für Erwachsene vernünftige Absicherung auch Kindern ein sicheres Vorsteigen? Jürg von Känel meint dazu: « Ich weiss um das beklemmende Gefühl, wenn einer meiner drei Söhne ( im Alter zwischen 9 und 15 Jahren ) -zig Meter über dem Boden in Schwierigkeiten gerät. Die Absicherung einer für Kinder geeigneten Route muss darum'doppelt super'sein. Erwachsenen erscheint dies vielleicht übertrieben, aber dort, wo die Grossen von einem Haken zum nächsten greifen können, sind für die Kleinen schon weite und gefährliche Stürze möglich. Kinder-freundlich ist ein Gebiet nur dann, wenn es frei von objektiven Risiken ist und die Kinder gefahrlos am Wandfuss spielen können. » In Frankreich sind Kinderrouten bereits ein fester Bestandteil des Klet-terangebots, während in der Schweiz diese Entwicklung erst gerade begonnen hat. Trotzdem beschreibt die zweite Auflage des Kletterführers Schweiz plaisir2 bereits 25 Orte in den Kinder im Vorstieg, ein noch seltenes Bild. In der Route « Chum u Lueg » ( 3b/4a ) am Stockhorn ( BO ) 1 Meier, Ruedi: Bergsteigen mit Kindern. Anleitung für Kinder und für Erwachsene.. " " .Verlag des SAC 1995'Von Känel, Jürg: Schweiz plaisir. Zwei Bände: Schweiz plaisir Ost und Schweiz plaisir West. Edition Filidor, Reichenbach 1996 ( vgl. Buchbesprechung in den ALPEN 5/96, S. 53/54 ) Schweizer Alpen, wo Kinder vorsteigen können ( vgl. Karte unten ). Um den Kinderbergsteigern die Tourenplanung zu erleichtern, sind ihre Routen mit einem Piktogramm, einem Mädchen mit Pipi-Langstrumpf-Zöp-fen, gekennzeichnet.

Kinder im Vorstieg Warum, so könnte man sich fragen, müssen Kinder denn überhaupt vorsteigen? Entspringt das nicht bloss dem Wunsch ehrgeiziger Eltern, die ihren Nachwuchs am « scharfen Ende » des Seiles klettern lassen wollen?

Manuela Büschle ist 14 Jahre alt und begeisterte Kletterin. Meistens ist sie mit ihren Eltern und den beiden jüngeren Schwestern im Berner Oberland unterwegs. Sie meint: « Ich klettere viel lieber im Vorstieg. Wenn ich das Seil und die Karabiner selber in die Haken hänge, fühle ich mich selbständiger. Obwohl ich schon ein paarmal ins Seil geflogen bin, habe ich keine Angst. » Auch der SAC-Beauftragte für das Kinderbergsteigen, Ruedi Meier, hat immer wieder beobachtet, dass Kinder den Vorstieg durchaus schätzen. Im weiteren stellt er fest: « Ich finde es weitaus sinnvoller, Kinder einfache Touren vorsteigen zu lassen, als sie durch viel zu schwieriges Gelände im Toprope hochzuhissen. Das soll aber nicht heissen, dass Topropeklettern tabu ist. Für die ersten Schritte im Fels und um neue Kletterertechniken zu schulen, ist der Nachstieg das beste Mittel. Wird es aber zu häufig eingesetzt, werden Kinder, wie übrigens auch Erwachsene, zur Unselbständigkeit erzogen. » Spielplatz in der Senkrechten Wer auf der Suche nach Kinderrouten den neuen Kletterführer von Jürg von Känel durchstöbert, wird auf den Klettergarten « Heidiland » stossen. Dabei trifft man jedoch nicht auf Routenbezeichnungen wie « Excalibur », « Nackte Singularität » oder auch « Direkte westliche Nordwandver-schneidung ». Namen wie « Tante Marta », « Schmunzlibus » oder « Hudel-peter » machen hier sofort deutlich, für wen diese Routen bestimmt sind. Die Skizze schmücken ein Rollerskater und tropische Pflanzen. Jetzt fehlen nur noch die Farbstifte zum Ausmalen und das Kindertopo wäre perfekt. Jürg von Känel, Reichenbach, Bernard van Dierendonck, ZürichBand Ost 1 Steingletscher 2 Pilatus 3 Wissberg, Engelberg 4 Sandplatte 5 Braunwald 6 Atscha, Sargans 7 Widderalpstöcke 8 Meglisalp 9 Gruobenflüeli 10 Ponte Brolla 11 Speroni di Ponte Brolla 12 Monte Garzo 13 Torbeccio 14 Arcegno 15 Denti della Vecchia Band West 16 Anzeindaz 17 Fischertal 18 Gastlosen 19 Diemtigtal, Seebergsee 20 Stockhorn 21 Klettern um Meiringen 155 22 Gerstenegg 23 Bächlital 24 Klein Furkahorn 25 Silbersee Schweiz plaisir West Kletter-«Kindermenüs » im Führer Schweiz plaisir Seite 16 26 38 56 109 129 142 147 152 207 213 217 227 230 234 Zwei kleine Klettergärten ( B, C ) sowie einige Routen in den « Platten » Mattalpplatte, Kletterlernpfad Galtigentürme Viele Klettergartenrouten und eine Mehrseillän- gentour ( « Emil » 4 c ) Mehrseillängenrouten « Ying Yang » 5 c und « Reisfresser » 5 c Klettergarten mit Einseillängenrouten 12 Routen im Bereich 4b-6a Kleiner Klettergarten mit 14 Routen 3a-5 c, 2 Mehrseillängenrouten 3b und 4b 22 Routen zwischen 1 und 4 Seillängen 3a-5b 4 Routen zwischen 4b-5a 46 Mehrseillängenrouten 12 Mehrseillängenrouten 3a-5 c « Brunone » 5b Viele Klettergartenrouten im Bereich 3a-5a Kurze Plattenklettereien im Kastanienwald Einige kurze Wandklettereien Seite 46 82 103 120 123 11 Routen 3a-5b,lyB Kletterlernpfad « Balade » 3a-4a 46 Mehrseillängenrouten 3a-5 c+, mehrere Klet-terlernpfadeI Kleiner Klettergarten mit 5 Routen an der Pfadflue, 3b-5a 20 Routen 3a-6a Kletterlernpfad 3a^lb, 25 Routen im Bereich 3a-5b Rotsteini-Übungsfelsen: 5 Routen 4a-5a,, Hundsflue: 5 Routen 4-5b Reibungsklettereien 3a-4b Klettergarten Heidiland: 10 Routen, 2 Mehrseillängenrouten 4a-5a Westwandplatten 3a-4a, Kreuzbandweg 4b 10 Routen 3b-5b 192 206 220 222 Schweiz plaisir Ost

icherheit, Medizin, Rettungswesen

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Schwein, Geflügel, Vögel ), durch Colibakterien, durch Lamblien oder durch Typhus-Salmonellen1.

Nur sehr selten ist das Gebirgswasser mit Viren, Wurmeiern und andern Mikroorganismen verseucht, weshalb solche als Krank-heitsverursacher praktisch kaum in Frage kommen.

Beurteilungskriterien von Quellwasser Für die Reinheit und somit auch für die Beurteilung der Trinkbarkeit von Wasser spielt die geologisch-hydrologische Herkunft eine wichtige Rolle.

Triadische, jurassische und kreide-zeitliche Formationen ( Kalkgesteine des Erdmittelalters ) lassen das Wasser schnell durchsickern, die Filterwirkung ist somit ungenügend.

Wasser aus Schichtquellen tertiärer Ablagerungen ( Erdneuzeit ) ist bereits wesentlich besser gereinigt.

Quellen, die aus alluvialen Aufschüttungen ( jüngste geologische Epoche ), aus Moränen- und Schotterablagerungen kommen, sind in der Regel gut.

Grundwasser und Grundwasser-quellen in Talböden sind in der Regel ebenfalls gut.

Die Herkunft des Wassers ist demnach für die Beurteilung seiner Qualität von Wichtigkeit. Kommt es als Quelle aus einer Felsspalte ( nicht im Jura ) oder aus einer Moräne, kann man es bedenkenlos trinken: « Fliesst das Wasser über sieben Stein, so ist es wieder rein ».

Sicher kann dieser Spruch von früher nicht mehr immer voll gelten, doch es ist erwiesen, dass ein belebtes Gewässer eine gewisse Selbstreinigung erfährt und somit eher die Kriterien der Trinkbarkeit erfüllt als Wasser aus einem Tümpel. Wichtig ist auch, dass man sich auf seine Sinne verlässt: Das Wasser soll klar, farb-und geschmacklos sein.

Beurteilung von Fliessgewässern Kommt das Wasser in einem Bächlein oberhalb der Vegetationszone daher, so ist auch keine besondere Vorsicht geboten ( sofern nicht von einer Schutzhütte Abwässer entleert werden ). Wird aber im Alpgebiet der Drang zum Durstlöschen gross, so gilt es zu bedenken, dass Vieh immer auch Träger von Infektionskeimen

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Zum Wassergenuss in den Bergen Unterwegs auf einer Skitour, eingeordnet in die Kolonne der in der Spur aufsteigenden Kameraden, sengende Hitze, gleissender Schnee, keuchender Atem, brennender Durst und pappige Kehle. Die Versuchung ist gross, die Hand in den Schnee zu stecken und die Finger zu lecken. Oder im Sommer, bei leerer Thermosflasche und quälendem Durst, sich von einem Rinnsal oder einem Bächlein zu erlaben. Darf ich das ohne gesundheitliche Schädigung tun?

Essen von Schnee Hier interessiert primär die Möglichkeit einer Verunreinigung. Frisch gefallener Schnee in den Bergen, abseits von menschlichen Behausungen, ist weitgehend sauber, Verunreinigungen könnten allenfalls durch Verfrachtungen ( Saharastaub, Erd-und Steinpartikel aus der Umgebung ) entstehen, in der üblicherweise genossenen Menge schadet das Essen von Schnee gesundheitlich nicht. 1 Liter pappiger Schnee ergibt zudem nur ca. 3 dl Wasser, so dass auch von der Menge her nicht mit einem Problem zu rechnen ist. Und alter, dreckiger Schnee verlockt ohnehin nicht zum Konsumieren, sondern veranlasst jeden vernünftigen Menschen, ihn zuerst entsprechend aufzubereiten.

Oberflächenwasser in den Bergen: Gefahren Als erstes stellt sich die Frage, welche Gefahren durch den Genuss von solchem Wasser entstehen können. Verschmutztes Wasser kann Ursache verschiedener gesundheitlicher Probleme sein.

- Infektion des Magen-Darmkanals ( Erbrechen, Durchfall ) durch Nicht-Typhus-Salmonellen ( Rind, 1 Typhusepidemie von 1963 durch Trinkwasser* Verunreinigung in Zermatt: 437 Infizierte, 3 Todesopfer sein kann. Wasser, das aus mit Vieh bestossenen Alpweiden kommt, zwingt deshalb zur Vorsicht und sollte - im Zweifel immer - entkeimt werden.

Wasserentkeimung Die frühere Meinung, dass einige Tropfen Cognac oder Pflümli usw. aus dem « Flachmann » ( kleines, flaches Fläschchen als Alkoholbehälter ) das Wasser desinfizieren würden, ist nicht richtig. Alkohol in so grosser Verdünnung tötet keine Bazillen oder Viren ab.

Muss Wasser entkeimt werden, so benützt man Wasserdesinfektionsta-bletten oder Tropfen, die als Chlor-oder Silberpräparate im Handel erhältlich sind. Je nach Präparat muss eine Einwirkungszeit zwischen 30 Min. und 5 Std. berücksichtigt werden. Das Wasser behält seinen ursprünglichen Geschmack und bleibt bis zu 6 Monaten haltbar. Für Cam-ping- und Trekkingfreunde sowie für Reisende in Gebiete mit belasteten Trinkwasserverhältnissen sind handliche, kompakte Reisefilter geschaffen worden. Das mit diesen Geräten gewonnene Trinkwasser ist gut. Leider ist die Leistungsfähigkeit der Pok-ket- und Minifilter gering.

Durch Abkochen wird selbst schmutziges Wasser genussfähig ( 1 Min. Kochen genügt, aber nur bei nicht zu grossen Höhen !), es sollte zuvor aber noch filtriert oder zumindest dekantiert werden.

Filtrierung Enthält das Wasser Sand und erdige Schwebestoffe, so muss es vor der Entkeimung filtriert werden, z.B. mit Hilfe eines sauberen Taschentuches.

Für die Gewinnung grösserer Wassermengen ( z.. " " .B. für ein längerdauerndes Trekkinglager am selben Ort ) empfiehlt ein Reglement der Armee folgendes Vorgehen:

Ein Blecheimer, Fass oder dergleichen mit durchlöchertem Boden wird in Lagen ( von unten nach oben ) zu Vio des Volumens mit Steinen, zu 2/io mit Kies und zu 3/io mit Sand gefüllt. Darüber kommt eine Humusschicht ( 3/io des Volumens ), die mit Ziegeln oder Steinen als Prallfänger abgedeckt wird. Durch diesen Filter lässt man das Wasser durchsickern.

Dr. med. Ramon Meier, Goldach Schweizerische Gesellschaft für Gebirgsmedizin ( SGGMLiteratur Bernhard, R. P., Zermatt typhoid outbreak Eugster, Trinkwasseraufbereitung, in: Vierteljahreszeitschrift für Schweiz. Sanitätsoffiziere 1947 Buehler, H.P., Mikrobiologische Beurteilungen Wenn bei Bergbächen die Trinkstelle in der Vegetationszone und besonders wenn sie unterhalb einer Alp oder einer Siedlung liegt, ist Zurückhaltung angebracht, das Wasser sollte entkeimt werden.

c Q.

Stehendes Wasser sollte nicht getrunken werden.

Wenn die Sonne sticht undSchnee schadet der Gesund- die Temperatur steigt,heit nicht ( Aufstieg zum nimmt auch der Durst raschSchinhorn, VS). zu. Ein Griff in ( sauberen )

Zentrale Kurse ind Tourenwochen

lorsi centrali e settimane del CAS

lours centraux

ît semaines du CAS

a < Im August läuft die Anmeldefrist der nachstehenden Kurse ab:

CC 96 4 05: Corso aggiornamento capigita estivo Ticino - Regioni di lingua ital., 28729.9.96 CC 96 4 16: Sommergebirgskurs Stufe 3, Mischabelgebiet/Saas Fee, 8.14.9.96 CC 96 4 31: Klettern in den Dolo-miten/l, Brentagruppe, 8.13.9.96 CC 96 4 34: Indien-Trekking - Vom Ursprung bis zur Mündung des Ganges, 26.9.16.1O.96 CC 96 7 13: Wander- u. Tourenwoche für jedermann, S-charl/Unteren-gadin, 16.22.9.96 CC 96 7 14: Wanderwoche für jedermann, Brai I/M itti. Engadin -Ofenpass, 6.12.1O.96 CC 96 7 17: Entdeckung eines Mountainbike-Paradieses im Jura ( Schweiz u. Frankreich ), 9.14.9.96 CC 96 8 20: Entdeckung Jura für Anfänger, Moutier/d. u. franz. Jura, 9.15.9.96

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