Nachhaltig senkrecht. Klettersteig Gantrisch

Nachhaltig senkrecht

Am 7.7.07 wurde nicht nur heftig geheiratet, sondern auch der neue Klettersteig Gantrisch offiziell eröffnet. Es handelt sich um eine relativ kurze, aber anspruchsvolle Route über die Nordostwand des prestigeträchtigen Gipfels vor den Toren Berns.

Nach der Erstbegehung waren sich alle Teilnehmer einig: Es ist eine schöne, aber schwierige Route, die von den Bergführern Albin Amstutz, Sepp Odermatt und Kurt Saurer durch die Nordostwand des 2175 m hohen Gantrisch gelegt worden ist. So bewertet « Klettersteigpapst » Eugen E. Hüsler, der extra für die Eröffnung von Oberbayern in die Schweiz gereist war, den Schwierigkeitsgrad mit K4 und nicht mit K3 bis K4, wie im offiziellen Flyer angegeben wird. Von der ursprünglich vorgesehenen, mittelschweren Route im Bereich K2 bis K3 kann jedenfalls keine Rede mehr sein. Felsbeschaffenheit und Sicherheitsaspekte bewogen die Erbauer, in den steilsten, dafür kompakten Fels auszuweichen. Entsprechend länger dauerte die Bauphase, und auch die Kosten sind daher höher als geplant ausgefallen.

Schlüsselstelle zum Abschluss

Die vor allem mit Bügeln perfekt abgesicherte Route hat es in sich. Gleich zu Beginn wird der Tarif durchgegeben: Fast senkrechte Felsen führen zum « Küre-Wändli », benannt nach dem Miterbauer Kurt Saurer. Hier muss man kräftig zupacken. In leichtem Zickzack geht es gelegentlich auch leicht überhängend etwa 60 Höhenmeter bis zu einem Grasband weiter. Nun folgen weniger schwierige Passagen über steile Grashänge und Felsen, teilweise mit Leitern versehen, zur Wandfluhtraverse. Das Finale besteht aus der « Horber-Kante », benannt nach dem Hauptinitiant des Klettersteigs Gantrisch. Diese Schlüsselstelle fordert den Klettersteiggeher, da sie ausgesetzt und kräfteraubend, senkrecht bis überhängend ist. Immer noch gesichert, führt die Route über Grasbänder zum Ausstieg und schliesslich auf den Gipfel. Auf dem Normalweg über den Leiteren-pass gelangt man an den Ausgangspunkt der Tour zurück. Die Begehung des Klettersteigs ist zum Schutz der Wildtiere erst Begehung des Klettersteigs Gantrisch im steilen Mittelteil.

ab dem 15. Juni gestattet; begehbar ist die Route bis zum ersten richtigen Einschneien ca. Ende Oktober.

Der neue Klettersteig auf den Gantrisch ist für Anfänger absolut ungeeignet, und Ungeübte sollten sich auf jeden Fall einem Bergführer anvertrauen. Es fanden bereits Helikopterrettungen statt, und es gab leider auch einige Leichtverletzte. Damit dies in Zukunft nicht mehr der Fall ist, sollten sich nur geübte Klettersteiggeher mit der notwendigen Armkraft in die Nordostwand Foto: Kur t Saur er des Gantrisch wagen. Denn hier finden sie eine Anlage nach dem Motto: kurz, aber heftig.

Stimulus für die Region

Seit dem Rückzug des Militärs ist die Region Gantrisch touristisch und wirtschaftlich in Bedrängnis gekommen. Der neue Klettersteig, der vom Förderverein Region Gantrisch getragen wird und in ein Entwicklungskonzept eingebaut ist, soll einen Beitrag zur Wiederbelebung und nachhaltigen Entwicklung der Region Gantrisch leisten. Aufgrund der Route, der kurzen Zu- und Abstiege sowie ihrer Lage und Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr erfreut sich die neue Attraktion in der Region Gantrisch bereits grosser Beliebtheit.

Ins Projekt Klettersteig Gantrisch waren von Anfang an alle Betroffenen involviert. Dies gilt insbesondere für die umweltbewussten Kreise. Sie gaben ihre Zustimmung, nachdem der ursprünglich auf die Chrummfadenflue geplante Klettersteig nach Vorbehalten des Na-turschutz- und Jagdinspektorats des Wer genug Kraft und Musse hat, kann den immer eindrücklicheren Ausblick über den Leiterenpass geniessen: links in den Nebelschwaden die Nünenenflue, weit weg im Dunst am Horizont die Berner Hochalpen. Eindrückliches Finale: Die oberen 30 Meter haben es in sich.

Foto: Ruedi Horber Foto: Kur t Saur er Praktische Informationen Begehungszeit Vom 15. Juni bis mindestens Ende Oktober Anreise Mit Zug ab Bern ca. 40 Min. bis Riggisberg, dort mit Postauto bis Gur- nigel, Wasserscheide in ca. 30 Min.

Schwierigkeit Schwierig ( K4 nach der Hüsler-Skala ) Höhendifferenz 600 Hm, davon 240 Hm Klettersteig Exposition Nordost, Sonne bis 14 Uhr Aufstieg Wasserscheide ( 1584 m)–Einstieg unterhalb Leiterenpass–Gantrisch ( 2175 m ) Abstieg Gantrisch ( 2175 m)–Leiterenpass ( 1905 m)–Wasserscheide ( Wander- weg ) ( 1584 m ) Zeitaufwand 1 Std. bis Einstieg, Klettersteig 1 1 ⁄ 2 –2 Std., Abstieg 1–1 1 ⁄ 2 Std. Karte LK 1:25 000 Guggisberg, Blatt 1206 Detaillierte Infos www.klettersteig-gantrisch.c.h Kantons Bern aus wildbiologischen Gründen fallen gelassen wurde. Die jetzige Route auf den Gantrisch konkur-renziert weder Kletterer, noch stört sie durch die Öffnung erst im Sommer die Wildtiere. Die neue Via Ferrata steht auch im Einklang mit der am 17. Juni 2005 verabschiedeten Klettersteig-Char-ta von Engelberg, die Leitplanken für eine vernünftige Entwicklung für solche Anlagen setzt. a Ruedi Horber, Niederscherli Gantrisch mit Leiterenpass, wie man sie auf dem Zustiegsweg kurz nach der Alp Obernünenen sieht. Durch die linke Steilwand führt der Klettersteig.

Foto: Kur t Saur er

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