Ohne Feinstaub in den Pulver

Mit Auto oder Bahn in die Berge? Per Klick lässt sich im Onlinefahrplan der SBB die Umweltbelastung von Bahn und Auto bestimmen. Dabei sieht das Auto alt aus.

Wir kennen das Bild: An schönen Wochenenden wälzen sich Kolonnen von Skibegeisterten in die hintersten « Chrachen » der Alpentäler. Es ist klar, dass die Umweltbelastungen, die dabei entstehen – Feinstaub, C02, Stickoxide etc. –, nicht im Sinne der SAC-Philosophie sind, gemäss der Bergsportler die Alpen nicht nur nutzen, sondern gleichzeitig auch schützen sollen. Gerade bei eintägigen Skitouren ist die Versuchung aber gross, das bequeme Auto zu nehmen. Innerhalb der SAC-Sektionen gibt es denn auch oft zwei Lager – jene, die ihre Touren konsequent mit dem öV planen, und jene, die auf das Auto setzen. Letztere füllen natürlich nach Möglichkeit die Autos.

Wer den Umweltvergleich von Auto und Bahn ( inkl. Postauto ) kennen will, findet ihn jetzt schwarz auf weiss im SBB-Onlinefahrplan.

So gehen Sie vor: Verbindung abfragen, die Fahrplandetails anschauen und dort auf « Umwelt » klicken. Ein Beispiel: Die Bahnreise Zürich HB nach Langwies GR verursacht 31-mal weniger C02 und verbraucht pro Person 11,. " " .3 Liter weniger Benzin als die Fahrt mit dem Auto. Einfach, nicht retour, wohlverstanden. Nicht zu vergessen die Kosten: Für die 139 Kilometer sind rund 80 Franken fällig, wenn man die Vollkosten für ein günstiges Fahrzeug rechnet. Ein Ticket der Bahn kostet mit dem Halbtaxabo gut 22 Franken, also etwa einen Viertel.

Die Auslastung des Fahrzeugs ist ein wichtiger Faktor für die Umweltbilanz: So ist die Eisenbahn mit einer durchschnittlichen Auslastung rund viermal energieeffizienter und 20-mal klimafreundlicher als ein durchschnittlich besetztes Auto über die gleiche Strecke. Eine Person in einem nur schwach besetzten Zug ist im Vergleich zu einem mit fünf Personen besetzten Auto « nur » noch etwa fünfmal CO2-effizienter unterwegs. Vergleicht man dagegen einen voll besetzten Zug mit einem durchschnittlich besetzten Auto, liegt der Unterschied der CO2-pro-Kopf-Emissionen bei Faktor 10O. Ab dieser Ausgabe werden « Die Alpen » deshalb die CO2-Emissionen von öV und Auto bei den Tourentipps an jeweils einem Beispiel deklarieren.

Nun mag man einwenden, der Faktor Reisezeit sei gerade bei den oft langen Anreisewegen entscheidend. « Stimmt nicht ganz », hält Christian Ginsig von der SBB dagegen: « Im Auto verbringen Sie viel mehr tote Zeit als im Zug. » Um bei der Reise nach Langwies zu bleiben: ÖV-Reisende haben hier circa anderthalb Stunden nutzbare Zeit, der Autofahrende hingegen nur zehn Minuten.

 

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Die Mitglieder lernen sich in der Bahn kennen; das gibt bereits ein gutes Gruppengefühl. Beim Transport mit dem Auto sieht sich die komplette Gruppe hingegen erst beim Befestigen der Felle. ÖV-Touren sind vielseitiger, weil Überschreitungen möglich werden. Von Langwies aus liegt so die Tour über das Mattjisch-Horn drin, mit Abfahrt hinab ins Prättigau. Retour geht es dann ab Fideris mit der Rhätischen Bahn nach Landquart. Nach einem erfüllten Tag kann die Gruppe im Zug heimfahren und die gelungene Tour feiern – auch mit einem Bier mehr, als die Polizei erlaubt.

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