Reisen macht stark

Training macht stark, Reisen beflügelt. Das erfuhren im Frühling einige Schweizer Spitzenkletterer.

Einmal um die Welt

Katherine Choong1 (23) aus Glovelier merkte auf ihrer Kletterweltreise, dass viel mehr möglich ist, als sie bislang dachte: Sie kletterte mit Southern Smoke ihre erste 8c+ in der Red River Gorge (USA), wo sie auch Transworld Depravity und Omaha Beach (beide 8b+) punkten konnte. Im chinesischen Yangshuo gelang ihr zu Beginn ihrer Reise China Climb (8c), viele Routen im achten Grad folgten. Mit der neuen Motivation will sie im Sommer wieder zum Wettkampfteam des SAC stossen.

Auch Roger Schäli2 und sein langjähriger Kletterpartner Simon Gietl haben allen Grund zum Jubeln. Sie erfüllten sich mit ihrer Reise zum Dev­ils Paw in Alaska einen grossen Traum. Dort gelang ihnen vom 18. auf den 19. Mai eine Erstbegehung. Die Route tauften sie Black Roses (1200 m, 6c, A1, M4), in Anlehnung an die vielen blumenartigen schwarzen Flechten entlang des Grates. Der Devils Paw ist der majestätische Grenzberg zwischen Alaska und Kanada. Er liegt circa 30 Kilometer östlich von Alaskas Hauptstadt entfernt.

Der Wahlfribourger Pirmin Bertle (30) reiste auch ein wenig, nicht so weit und nicht zu seinem Schaden: Ihm gelang im südfranzösischen Targassonne die Begehung von Creatura (FB 8b) und vier weitere Boulders im achten Grad.

Ständiger Betrieb im Magic Wood

Im Magic Wood im Averstal ist eine grosse Linie gefallen: David von Allmen (32) kletterte mit seiner Erstbegehung von Samadhi (FB 8b+) Ende Mai das vielleicht letzte grosse Projekt im Wald.

Samuel Ometz (19) aus Fully hat Ende April ebenda Mystic Stylez (FB 8b+) bouldern können und in Saleinaz Des roses en hiver (FB 8b).

Auch der Churer Giani Clement (32) besuchte den magischen Wald. Noch im April kletterte er Hydromancer und The Bomb is Explosion (alle FB 8a).

Sébastien Biner3 (19) kletterte im April Satan’s Eye (FB 8b) in Vernayaz. Ausserdem gelang ihm noch Schlonziges Wiener Schmankerl (8a) in Chironico. Sebastian Cotting (19) kletterte im April Nike und Supertussi (beide FB 8b) in Brione.

Speedskifahren vertical

Beni Hug(42) und Tony Sbalbi4 sind vielbeschäftigte Männer. Sie hatten es vielleicht drum etwas eilig bei der Besteigung von sieben Berner Viertausendern. Die gelang ihnen nämlich in der rekordverdächtigen Zeit von nur 20 Stunden! Am 10. Mai um 0.00 Uhr starteten die beiden ihren Speedmarathon am Jungfraujoch. Dann ging es zunächst über Mönch (4108 m) und Jungfrau (4156 m) via Jungfraufirn weiter über das Grün­egg- und das Grosse Grünhorn (4051 m) sowie über die Fiescherhörner (4032 m/4051 m). Anschliessend erstiegen sie das Finsteraarhorn (4270 m), um via Grünhornlücke mit dem Aletschhorn (4210 m) abzuschliessen. Das Duo bewältigte auf seinen Tourenski 7000 Höhenmeter und rund 65 Kilometer. Wenn sie nicht gerade Gipfel niederrennen, sind die beiden übrigens beruflich für den Leistungssport im SAC-Zentralverband aktiv.

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