Solobegehungen im Urnerland

Der Urner Extremkletterer Kurt Müller - in Bergsteigerkreisen durch seine zahlreichen Erstbegehungen in den Urner Alpen ein Begriff - konnte seit dem Frühling 1999 ein paar beeindruckende Solobegehungen für sich verbuchen. (1)

Den Auftakt machte im Mai 1999 ein «Solo Enchaînement» am Salbitschijen, wobei der Südgrat, die Zwil-lingsturm-SE-Wand und der Ostgrat aneinander gereiht wurden. Sechs Stunden nach Beginn der Kletterei war Müller wieder bei seinem Skidepot am Fusse des Zwillingsturms. Über die Millenniumstage verlegte er sein Einsatzgebiet in den nahe gelegenen Süden, wo er verschiedene schwierige Klettereien im Tessiner Granit erfolgreich hinter sich brachte; u.a. die Moderoute «Alhambra» (17 SL; VII) sowie «pesanteur de la tête» und «Acquaplaning» (beide VII+). Zwei Wochen später hiess das Ziel Graue Wand am Gletschhorn (UR). Während der Winter-Solobegehung der klassischen Niedermann-Führe kämpfte Müller vor allem mit vereisten Rissen und viel Schnee auf den Bändern.

Als schliesslich der Frühling ins Land zog, stand wieder der Salbitschijen auf dem Programm. Diesmal gelang dem unermüdlichen Alleingänger am zweiten Salbit-Westgratturm der grosse Wurf: Solo durchstieg er die « Via Hammerbruch » - mit ihren 11 Seillängen, wovon mehrere im siebten Grad - den Klassiker in den Salbittürmen. Am 8. Juni 2000 schliesslich beendete er seine eindrückliche Serie von Solobegehungen mit dem Durchstieg des « Viliigerpfeiiers » am Zwillingsturm des Salbitschijen.

Um diese Leistungen richtig zu würdigen, muss man beachten, dass Kurt Müller für sämtliche Touren weder eine Hütte noch ein Biwak als Stützpunkt benutzte. Weitere Taten des 37-jährigen Urners - mit mittlerweile über 50 erfolgreichen Solobegehungen alpiner Routen - werden folgen.

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