Spaltenrettung

Nach dem Sturz in eine Spalte muss der Verunfallte wieder heraus. Doch das ist einfacher gesagt als getan. Vor allem bei kleinen Gruppen.

Baumelt der Tourenpartner in der Gletscherspalte am Seil, frei in der Luft, so ist das Schlimmste vorbei: Wir waren korrekt angeseilt und konnten den Sturz halten … Aber wie kommt der Gestürzte wieder heraus? Eine Möglichkeit dazu ist der doppelte ( « Schweizer-»)Flaschenzug. Mit ihm lässt sich, dank der Untersetzung von 1: 5, normalerweise die grosse Reibung überwinden. In den meisten Hoch- und Gletscherskitourenkursen wird der Flaschenzug geübt. Doch weil er selten gebraucht wird, gerät er schnell in Vergessenheit. Darum präsentieren wir ihn hier wieder.

Besser dran sind übrigens grosse Gruppen, die brauchen keinen Flaschenzug: Es genügt, wenn alle gemeinsam am Seil ziehen. Eine Person steht in der Nähe der Spalte und hält den Kontakt zum Gestürzten, damit dieser nicht an der Spaltenlippe erdrückt wird. Zudem können gut ausgebildete Bergsteiger, sofern sie unverletzt und nicht eingeklemmt sind, selber am Seil aus der Spalte steigen ( « Selbstaufstieg » ). Damit aus der Übung kein Ernstfall wird, sollte die Spaltenrettung unter Aufsicht eines erfahrenen Leiters oder Bergführers geübt und dabei zusätzlich gesichert werden.

 

 

Basisgletscherausrüstung

Bei einer Dreierseilschaft benötigt jeder folgendes Material:

1 Handschlaufe ( Reepschnur 6 mm, 150 cm lang )

1 Reepschnur 6 mm, ca. 5 m lang 1 Schraub- und 3 normale Karabiner

1 Ropeman ( geübte Retter können ihn durch einen Prohaska-Knoten ersetzen )

Weitere Angaben zur Spaltenrettung siehe: Bergsport Winter, SAC Verlag, Bern 2008

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