Stresshormon hilft gegen Höhenangst

Eine Höhenangst zu überwinden, ist nicht einfach. Eine Therapie dauert oft mehrere Monate. Üblicherweise wird man mit seiner Angst in zuerst kleinen, dann immer grösseren Dosen konfrontiert (siehe auch «Die Alpen» 2008/06).

Nun konnte das Team um Prof. Dominique de Quervain, Direktor der Abteilung für kognitive Neurowissenschaften der Universität Basel, in einer Studie belegen, dass das Hormon Cortisol die Lernprozesse während einer Konfrontationstherapie unterstützt. Vierzig Personen mit Höhenangst besuchten innerhalb einer Woche insgesamt drei Sitzungen einer Konfrontationstherapie. Die eine Hälfte der Personen erhielt jeweils eine Stunde vor der Therapie Cortisol in Tablettenform, die andere Hälfte ein Scheinpräparat. Danach wurden die Testpersonen zweimal einer virtuellen Angstsituation ausgesetzt, einmal drei bis fünf Tage nach der Therapiesitzung und einmal nach einem Monat. Die Wissenschaftler massen dabei die Höhenangst mittels eines Fragebogens und anhand des elektrischen Leitungswiderstandes der Haut. Die Personen, die Cortisol erhalten hatten, zeigten eine signifikant stärkere Abnahme der Höhenangst im Vergleich zu den Personen mit dem Scheinpräparat. Nun sind weitere Studien geplant, um die Wirkung von Cortisol in Kombination mit Psychotherapie auch bei anderen Angsterkrankungen zu untersuchen.

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