Überraschung bei den «heissen Eisen» Die Mitglieder geben dem Zentralverband gute Noten

Der SAC hat im Frühjahr eine Mitgliederbefragung durchgeführt. Die letzte vergleichbare Umfrage datiert von 2004. Die Ergebnisse sind positiv. In Bezug auf die SAC-internen « heissen Eisen » den Umweltschutz und das Sponsoring aber auch überraschend.

Eins gleich vorneweg: Die neueste Mitgliederumfrage zeichnet für den SAC ein durchwegs positives Bild. Die Mitglieder sind überwiegend sehr zufrieden mit der Arbeit des Zentralverbands. Von 1300 befragten Personen aller Alters- und Sprachgruppen füllten rund 400 den Online-Fragebogen aus ( ca. 250 von 1000 Mitgliedern / ca. 150 von 300 Funktionären ). Dies entspricht einem Rücklauf von 30% und ist einigermassen repräsentativ. Die Ergebnisse wurden mit den Mitgliederumfragen 1997 und 2004 verglichen.

Eine grosse Mehrheit der Befragten ist im SAC, weil sie sich für die Bergwelt interessieren, aber auch der Kontakt zu Gleichgesinnten und das Tourenangebot der Sektionen sind wesentlich. Es folgen die Ausbildungsmöglichkeiten und die generelle Unterstützung des SAC. Der Einsatz des SAC für den Gebirgsschutz und die nachhaltige Entwicklung wurden an sechster Stelle genannt, noch knapp vor den günstigeren Übernachtungspreisen in den SAC-Hütten.

Zusammengefasst lässt sich sagen: Sie als Mitglieder schätzen die Dienstleistungen des SAC, sprechen allerdings auch den Werten, die der SAC verkörpert und vertritt, Wichtigkeit zu. Die Frage nach der Qualität der Dienstleistungen ergibt für die Clubzeitschrift «Die Alpen» und die Führerliteratur und Lehrschriften des SAC Verlags sehr gute Noten. Spezielle Angebote des Zentralverbands für SAC-Mitglieder wie etwa die Versicherungsangebote und die Kreditkarte schneiden dagegen schlechter ab.

 

Klares Votum für den Gebirgsschutz

Umweltschutz und Sponsoring sorgen im Club und an Versammlungen wie auch in den Medien immer wieder für Kontroversen. Die Umfrage zeigt nun: Unser Einsatz für den Umweltschutz wird klar unterstützt. Ausbaupotenzial sehen die Befragten bei den Aktivitäten im Gebirgsschutz, beim Einsatz für naturverträglichen Bergsport und für den freien Zugang. Dafür sollte der SAC laut den Mitgliedern auch am meisten Mittel einsetzen. Ein wenig anders sehen das die Ehrenamtlichen. Sie wollen bei der Jugend und den Umweltaktivitäten am meisten ausbauen, die meisten Mittel sollen dagegen in den Bergsport fliessen, während der Umweltschutz an dritter Stelle genannt wird. Eine moderate Umweltpolitik, die alle Interessen berücksichtigt, bleibt für den SAC also weiterhin zentral.

Das Sponsoring geniesst eine hohe Akzeptanz, auch wenn die Partner wenig mit dem Bergsport zu tun haben, wobei eine Minderheit sich kritisch geäussert hat. Erstaunliches förderte die Umfrage beim umstrittenen Thema Wettkampfsport zutage: Die Meisten befürworten dieses Engagement. Im Vergleich zu den anderen Aktivitäten gibt es mehr kritische Stimmen, und dies vor allem bei jüngeren Mitgliedern – bei den über 50-Jährigen geniesst der Wettkampfsport eine höhere Akzeptanz.

Eine deutliche Mehrheit der Befragten findet, der Komfort in den Hütten sollte weiter verbessert werden. Allerdings gibt es auch hier eine grössere Minderheit, die nach wie vor das einfache, rustikale Hüttenerlebnis sucht und auf höheren Komfort verzichten will.

 

Das Ehrenamt macht Freude

Der SAC kann nicht ohne die leben, die ihre Freizeit opfern. Als Motivation nennen die Ehrenamtlichen den Wunsch, etwas für das Gemeinwohl zu tun. Aber auch die Freude an ihrer Tätigkeit sei wichtig. Der grosse Teil der Freiwilligen findet, sie seien gut eingeführt worden, der Einsatz werde geschätzt. Mehr als die Hälfte engagiert sich monatlich bis zu 20 Stunden für den SAC, ein kleinerer Teil sogar mehr. Für die Mehrheit lässt sich das Ehrenamt gut mit Beruf und Privatleben vereinen. Allerdings gibt es Verbesserungspotenzial: Da der Aufwand stets zunehme, wünschen sich einige mehr Unterstützung vom Zentralverband durch bessere Information über Abläufe und Kompetenzen oder durch Ausbildungskurse.

 

Leitbild und Strategie 2020

2013 feiert der SAC sein 150-jähriges Bestehen. Ein Grund, nicht nur zurück, sondern auch nach vorne zu schauen. Deshalb soll bis 2013 ein Leitbild- und Strategiedokument 2020 erarbeitet werden ( vgl. «Die Alpen» 8/2011). Die Mitgliederbefragung ist ein Teil der Analyse. Der Zentralvorstand hat im September die strategischen Ziele für die nächsten Jahre definiert. Die Präsidentenkonferenz nahm im November Stellung dazu. Im ersten Halbjahr 2012 erarbeiten dann sechs Arbeitsgruppen die Bereichsstrategien. Im zweiten Halbjahr wird das Leitbild mit den Strategien abgestimmt. Darauf folgt die Vernehmlassung bei den Sektionen. Wenn alles nach Fahrplan läuft, kann die Abgeordnetenversammlung 2013 das Leitbild und die Strategie 2020 verabschieden.

Mitgliederumfrage 2011

Die vollständigen Ergebnisse der Mitgliederumfrage finden Sie auf www.sac-cas.ch > Downloads/Zentralverband.

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