Wandern ist ein Schweizer Nationalsport Studie der «Schweizer Wanderwege»

Ein Drittel der Schweizer sind aktive Wanderer. Zudem gewinnt der Sport laufend weitere Anhänger. Dies ergab eine diesen Frühling präsentierte Studie der « Schweizer Wanderwege » in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Strassen Astra. Die Wanderer sind auch zufrieden mit der gebotenen Infrastruktur.

13 000 Mal rund um die Erde – diese Distanz legen die in der Schweiz wohnhaften Wanderer pro Jahr zurück. Das entspricht rund 130 Millionen Wanderstunden. Zu diesen Schätzungen kommt der Dachverband Schweizer Wanderwege in seinem ersten Bericht zum « Schweizer Wandermonitoring », den er zu seinem 75-Jahr-Jubiläum diesen Frühling präsentierte. Gemäss den Daten bezeichnet sich ein Drittel der Schweizer Wohnbevölkerung als aktive Wanderer. Seit der letzten grossen Sportstudie im Jahr 2000 hat das Wandern um knapp 4% zugelegt. Damit ist Wandern zusammen mit dem Radfahren nicht nur die beliebteste, sondern auch eine der am stärksten wachsenden Bewegungsformen in der Schweiz.

 

Wandern kennt keine sozialen Grenzen

Gewandert wird unabhängig vom Bildungs- und Einkommensniveau wie auch vom Geschlecht. Frauen und Männer unterscheiden sich aber darin, dass Letztere weniger häufig Wanderferien verbringen. Deutliche Unterschiede zeigen sich beim Alter, bei den Sprachregionen und bei der Nationalität. So nimmt die Wanderhäufigkeit mit steigendem Alter zu, und das Wandern scheint in der Deutschschweiz (39%) auf ein grösseres Interesse zu stossen als in der Romandie (17%) und im Tessin (22%). Zudem lässt sich ein ausgeprägter Unterschied beim Anteil der Wandernden unter den Schweizer Staatsange-hörigen (35%) und den in der Schweiz wohnhaften ausländischen Staatsange-hörigen (17%) feststellen.

 

Abfall stört sehr, Mountainbiker weniger

Wandernde schätzen an ihrer Freizeitbeschäftigung Aspekte wie Natur, Landschaft und Berge, Bewegung und Fitness, Entspannung und Gesundheit sowie Geselligkeit. Sie sind auch mit der Infrastruktur der Wanderwege zufrieden. Als grösste Störung erachten Wanderer herumliegenden Abfall. Negativ fallen auch Lärm allgemein, Motorfahrzeug-verkehr und Hartbelagstrecken auf. Mängel bei der Signalisierung werden zwar selten beobachtet, können das Wandererlebnis jedoch erheblich trüben. Den potenziellen Störungsquellen « Mountainbiker » und « Hunden » begegnen Wanderer relativ häufig, doch nur eine Minderheit erachtet sie als ein Prob lem. Würde man allerdings die Wanderer dazunehmen, die sich « ein bisschen » gestört fühlen, dann wären Mountain biker für zusätzliche 36% und Hunde für zusätzliche 28% der Wanderer ein Problem. Obwohl für einen Grossteil der Befragten die Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehr sehr wichtig ist, zeigen die Zahlen auch, dass gut 50% der Wandernden mit dem Privatauto anreisen.

 

Wanderer geben zwei Milliarden pro Jahr aus

Im Durchschnitt gaben die befragten Wanderer an, pro Wanderung etwa 43 Franken für Transportkosten, Verpflegung und allfällige Übernachtungen auszugeben. Hochgerechnet auf die Anzahl Wanderungen und die Zahl an Wandernden generiert das Wandern allein bezogen auf die Schweizer Wohnbevölkerung und ohne Berücksichtigung von Ausrüstungsgegenständen einen Umsatz von rund zwei Milliarden Franken pro Jahr. Neben der erholungs- und gesundheitsfördernden Wirkung des Wanderns ist dies für die Schweizer Wanderwege und das Bundesamt für Strassen Grund genug, sich auch in Zukunft für eine Weiterentwicklung der Wanderwege in der Schweiz einzusetzen.

Breite Datenbasis

Für das im Jahr 2008 erstmals durchgeführte Schweizer Wandermonitoring stützten sich die Schweizer Wanderwege und das Bundesamt für Strassen auf über 10 000 Interviews der Studie «Sport Schweiz 2008» des Bundesamtes für Sport. Zudem wurden rund 2200 Wanderinnen und Wanderer in 13 Wandergebieten befragt

Neues Plakat «Sicher Bergwandern»

Bergwandern in der Schweiz ist beliebt. Die Unfallstatistik zeigt jedoch, dass die Gefahren oft unterschätzt werden. Jedes Jahr verunfallen in der Schweiz rund 8000 Personen beim Bergwandern. Viele dieser Unfälle könnten vermieden werden. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu hat zusammen mit Partnern wie SAC und Schweizer Wanderwege ein Plakat mit den fünf wichtigsten Tipps zum sicheren Bergwandern neu gestaltet. Die begleitende A5-Broschüre « Bergwandern » enthält ausführlichere Informationen und Tipps für ein unfall-freies Bergwandern. Plakat ( Nr. 3010 ) und Broschüre ( Nr. 3097 ) sind gratis in den Sprachen D, F, I, E erhältlich unter www.bfu.ch → Bestellen. Monique Walter, Beraterin Sport bfu

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