Zermatter Hoffnungsträger Start in die Eisklettersaison

In Saas-Grund findet die erste Junioren-Europameisterschaft im Eisklettern statt. Trotz Rücktritten liegen für die Schweizer Nationalmannschaft im Weltcup Plätze unter den ersten zehn im Bereich des Möglichen.

Ausgetragen werden die Wettkämpfe in zwei Disziplinen: Im Speed geht es darum, möglichst schnell eine Route hinaufzukommen. Hier sind die Russen das Mass aller Dinge. In der Disziplin Lead, auch Difficulty genannt, gilt es, extrem schwierige Routen mit Passagen, die eher ans Bouldern als ans Klettern erinnern, zu meistern. Hier haben die Schweizer Männer und Frauen seit Langem ein gewichtiges Wort mitzureden.

Nach dem Weltcup in Kirov und dem Ice Master im Valle di Daone, einem Event mit bis zu 3000 Zuschauerinnen und Zuschauern, zieht der Tross weiter ins Wallis. In Saas-Fee, wo der Wettkampf mittlerweile zum elften Mal über die Bühne geht, wird ein Parkhaus in einen Eisfall verwandelt. Der Anlass gilt weltweit als Vorzeigeevent, nicht zuletzt wegen der spektakulären Anlage in einem Parkhaus.

Neben dem regulären Weltcup steht in Saas-Grund auch erstmals die Jugend-Europameisterschaft auf dem Programm. «Der Wettkampf ermöglicht es uns, den eigenen Nachwuchs im Eisklettern zu motivieren und zu fördern. Er bildet einen elementaren Baustein für künftige Spitzenalpinisten», sagt Urs Stöcker, der Schweizer Nationaltrainer. Nicht zuletzt deswegen besteht in Saas-Grund für den Nachwuchs auch die Möglichkeit, unter Anleitung von Profis wie Ines Papert und Urs Odermatt erste Züge in den steilen Eiswänden hinter sich zu bringen. «Die Eisspezialistinnen und -spezialisten werden von vielen als Leitfiguren im alpinen Breitensport wahrgenommen, das nützt dem gesamten Schweizer Bergsport», erklärt Stöcker.

Nationaltrainer Urs Stöcker hofft trotz mehreren Abgängen auf gute Schweizer Resultate. Zurückgetreten ist einerseits Urs Odermatt, der einzige Schweizer, der letzte Saison beim Speedklettern vorne mitmischte. Ebenfalls nicht mehr dabei sind Jack und Petra Müller. Letztere landete 2009 bei den Frauen auf dem 6. Platz des Gesamtweltcups. Hoffnung kommt von den Sportkletterern: «Im Lead trauen wir Felicitas Feller, Dalia Hamdy und Cédric Lachat einiges z», sagt Stöcker. Er verschweigt aber nicht, dass das Team geschwächt wurde. Immerhin sind mit Simon und Samuel Anthamatten sowie Patrik Aufdenblatten wieder drei Zermatter am Start, die letztes Jahr für Plätze unter den ersten zehn gesorgt haben.

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