Naturverträgliches Bergsteigen Im Hochgebirge zu Gast

Starke Winde, karge Felsen und eisige Temperaturen: Hoch oben ist der Lebensraum oft sehr unwirtlich. Auch wenn in diesen Höhenlagen weniger Tiere und Pflanzen anzutreffen sind - es gibt wahre Überlebenskünstler, die sich unter diesen Bedingungen wohlfühlen. 

Wie etwa das Steinbrech. Der Höhenrekord dieser frostharten Polsterpflanze liegt bei über 4400 m.ü.M - gesichtet am Dom! Wenn die Temperaturen weiterhin ansteigen, wird der Lebensraum für die an das karge Leben im Hochgebirge angepasste Arten immer kleiner. Dass der Klimawandel stattfindet, ist eine Tatsache. Besonders deutlich sehen wir das am Schmelzen der Gletscher. Du kannst dazu beitragen, diese eindrücklichen Eismassen möglichst intakt zu halten. Wenn du etwa mit dem ÖV statt deinem Auto anreist, ist dein CO2-Ausstoss viel kleiner. Darum bist du als Bergsteiger gefragt, dein Verhalten zu überprüfen.

10 Tipps für naturverträgliches Bergsteigen

Ein paar Tipps helfen dir, dich rücksichts- und respektvoll in der Natur zu bewegen. So kannst du viel dazu beitragen, dass du und alle Bergsteiger nach dir diese einmaligen Naturerlebnisse in Schnee, Eis und Fels auch in Zukunft geniessen können. 

1. Beachte Einschränkungen
Kletterverbote, saisonale Sperrungen und weitere Einschränkungen: Informiere dich vorgängig auf dem SAC-Tourenportal und www.wildruhezonen.ch sowie in SAC-Kletterführern. Beachte zudem Informationstafeln vor Ort.

2. Benutze bestehende Wege und Routen
Damit schonst du sensible Lebensräume für Pflanzen und Wildtiere. Respektiere Privatland und schliesse Weidegatter.

3. Fotografiere Blumen, statt sie zu pflücken
Pflanzen sehen in der freien Natur am schönsten aus. Sammle Beeren und Pilze massvoll und halte dich an Schontage.

4. Halte die Umwelt sauber
Nimm Abfall wieder mit ins Tal. Halte für die Notdurft gebührend Abstand zu Gewässern, decke Exkremente und Toilettenpapier zu. Papiertaschentücher oder gar Feuchttücher sind wegen der langen Verrottungsdauer ungeeignet. 

Beachte ausserdem immer folgende Punkte:

Verantwortungsvolles und umweltfreundliches Verhalten gegenüber Natur und Mitwelt ist nicht auf die Tour beschränkt. Auch das Vorher und Nachher, die Planung, die Wahl des Verkehrsmittels und die Übernachtung gehören dazu und tragen wesentlich zum Gelingen der Tour bei.

5. Reise umweltverträglich an
Nutze die vielen Vorteile öffentlicher Verkehrsmittel. Falls es ohne Auto nicht geht: Fahrgemeinschaften bilden und Mobility oder Alpentaxi für Teilstrecken einsetzen.

6. Berücksichtige Fahr- und Parkverbote
Auf Waldstrassen gilt meist ein Fahrverbot. Vermeide wildes Parkieren - dieses ist ein Ärgernis für Landwirte und Grundeigentümer und kann Flurschaden anrichten.

7. Konsumiere lokal und schone Ressourcen
Übernachte vor Ort und kaufe lokal ein, um die Bergregionen zu fördern und die Ökobilanz deiner Tour zu verbessern. Gehe sparsam mit Wasser und Energie in den Gebirgsunterkünften um. Sie sind knapp!

8. Campiere, aber richtig
Wenn du im Freien übernachten möchtest, kläre vorgängig ab, ob es erlaubt ist. Lass nichts zurück ausser deinen Fussabdrücken. In unserem Merkblatt «Campieren und Biwakieren» findest du weitere wertvolle Tipps. 

9. Benutze bestehende Feuerstellen
Jede neue Feuerstelle zerstört Vegetation und Boden für Jahre. Beachte die aktuelle Waldbrandgefahr.

10. Führe deinen Hund an der Leine, insbesondere im Wald
Wildtiere flüchten vor frei laufenden Hunden und werden häufig von ihnen gejagt. Das bedeutet viel Stress für die Wildtiere. 

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