Liegen gelassener Abfall beeinträchtig nicht nur die Schönheit der Natur und Landschaft, sondern gefährdet Tiere und Pflanzen und vergiftet die Umwelt. Wir sensibilisieren Bergsportler, möglichst wenig Spuren zu hinterlassen und tun selber einiges für saubere Berge. 

Damit die Berge sauber bleiben, reichen schon wenige kleine Optimierungen in der Tourenplanung und im persönlichen Verhalten. Unten erklären wir dir, was du für saubere Berge machen kannst und was du über das Thema Abfall sonst noch wissen solltest. Der SAC engagiert sich unter anderem für saubere Berge mit der Abfallsack-Aktion, die auch du unterstützen kannst und der Organisation von Clean-Ups rundum SAC-Hütten.

 

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Lass nichts zurück ausser deine Fussabdrücke. Nimm nichts mit ausser deine Eindrücke.

Diese Tipps helfen dir, dich für saubere Berge einzusetzen

  1. Nimm bitte alle Abfälle (auch organische) wieder mit, denn liegen gelassener Abfall schmälert das Naturerlebnis und ist eine Gefahr für Natur und Umwelt. Zigarettenstummel zum Beispiel brauchen mehrere Jahre bis sie verrottet sind. Zudem können sie Tiere und Umwelt vergiften. So reicht bereits ein Zigarettenstummel pro Liter Wasser aus, um die Hälfte der darin schwimmenden Fische zu töten – kleinere Wassertiere reagieren meist noch sensibler auf die Giftstoffe. 
  2. Verringere deinen persönlichen Abfall vorgängig weit möglichst, indem du Mehrwegbehältern und -Flaschen benutzt, Verpackungen zuhause lässt oder am besten verpackungsarme Produkte kaufst.
  3. Plane den Gang auf die Toilette in die Tour ein und benützte bestehende Infrastrukturen (Bahnstationen, Hütten etc.).
  4. Im Fall der Fälle: Halte gebührenden Abstand zu Gewässern ein, Vergrabe die Exkremente oder decke sie wenigstens mit Steinen oder Erde zu. Benütze nur Toilettenpapier. Papiertaschentücher oder gar Feuchttücher sind wegen der langen Verrottungsdauer ungeeignet. Am besten hast du immer einen Plastiksäcklein griffbereit und nimmst  jegliches Papier wieder mit.
    Im Winter bei der Standortwahl daran denken, dass der Schnee im Frühling wieder schmilzt – und daher z. B. die unmittelbare Umgebung von Alphütten meiden. 

Abfall in den Bergen - ein vielschichtiges Problem

Die Schönheit der Natur wird je nach Verrottungsdauer über eine lange Zeit gestört und das Naturerlebnis wird geschmälert. Besonders im hochalpinen Gelände braucht der Abbauprozess extrem lange, da die Anzahl an abbauenden Kleinstlebewesen viel geringer ist und die harten klimatischen Bedingungen ihre Aktivitätszeiten stark einschränken.

 

Abfälle Verrottungsdauer* Bemerkungen
Papiertaschentuch 1 Jahr Toilettenpapier verrottet viel schneller
Bananen- und Orangenschalen 1-3 Jahre Oft inkl. Freisetzung von Pestiziden
Zigarettenstummel 2-7 Jahre Freisetzung von Chemikalien und Schwermetallen
Kaugummi 5 Jahre -
Plastik 100-500 Jahre Wird kaum abgebaut, zerfällt in immer kleinere Mikropartikel und verbleibt so in der Umwelt
PET-Flasche 500 Jahre Wird kaum abgebaut, zerfällt in immer kleinere Mikropartikel und verbleibt so in der Umwelt.

* geschätzter Richtwert, Verrottungsdauer unter anderem stark abhängig von der Zusammensetzung, Oberflächenbeschichtung und den Umweltbedingungen. 

Gefährdung der Natur und Umwelt

Die im Abfall befindlichen Giftstoffe und der Abfall selbst können die Umwelt belasten, Tiere schädigen und ganze Lebensräume beeinträchtigen. Beispielsweise können Wildtiere sich an scharfen Abfällen schneiden, an Plastikteilchen ersticken oder sich durch Giftstoffe im Abfall vergiften (z. B. Zigarettenstummel).

Ökonomische Überlegungen

Die nachträgliche korrekte Entsorgung der Abfälle verursacht Mehrkosten. Wiederverwendbare Stoffe (z. B. PET) werden durch das wegwerfen in die Natur der Recyclingkette entzogen, sie gehen als Rohstoff verloren.

Bergsport ist materialintensiv. Beim Kauf solltest du darum auf ökologische und soziale Gesichtspunkte und Langlebigkeit achten. Zudem ist es sinnvoll Ausrüstung wenn immer möglich zu reparieren statt wegzuwerfen. Das schont den Geldbeutel und die natürlichen Ressourcen.

Abfallsack-Aktion

Zusammen mit unserem langjährigen Partner, der Zurich Versicherungen, und der Stiftung Summit Foundation wollen wir die Hüttengäste für das Thema Abfall(entsorgung) sensibilisieren. Die Kampagne "CLEAN MOUNTAINS" soll den Hüttengästen aufzeigen, dass ihr Abfall nicht einfach durch die Kehrrichtabfuhr aus der Hütte entsorgt wird, sondern aufwändig und meist auf Kosten des Hüttenteams ins Tal transportiert werden muss.

Ziel der Kampagne ist, die Hüttengäste dazu zu bewegen, nicht nur ihren eigenen Abfall, sondern gegebenenfalls auch denjenigen, den sie auf Wegen oder in der freien Natur finden, selber mit ins Tal zu nehmen und möglichst getrennt zu entsorgen. Aus diesem Grund werden auf 50 Hütten Dispenser mit Plastiksäcken aus 100% rezykliertem Material zur Verfügung gestellt.

Clean-Ups

In Zeiten ohne Helikopterflüge war es gängige Praxis, Material hoch zu tragen und die entstandenen Abfälle vor Ort zu "entsorgen". Ein Teil wurde verbrannt, ein Teil liegengelassen oder unter Steinen zugedeckt. Diese Praxis war zu dieser Zeit auch im Tal gang und gäbe. Doch die Sünden der Vergangenheit in der Nähe von Alpen und Hütten sind auch heute noch sichtbar - in Form von kleinen "Abfall-Deponien". Sie bestehen vor allem aus alten Konservendosen oder Glasflaschen. Der SAC stellt sich dieser Thematik. Bis heute wurden schon etliche alte Deponien bei SAC-Hütten während Clean-ups beseitigt.

Um sich eine Übersicht über weitere alte Deponien zu verschaffen und nächste Clean-Ups zu planen, wurde im Sommer 2018 beim Hüttenteam und den Sektionsverantwortlichen eine Umfrage durchgeführt. Die so gewonnen Informationen helfen dem SAC bei der Planung künftiger Clean-Ups Prioritäten zu setzen.