Zwei Wochen auf der Via Alta Vallemaggia | Schweizer Alpen-Club SAC
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Zwei Wochen auf der Via Alta Vallemaggia Weitwanderung von mediterran bis hochalpin

Ein einzigartiges Trekking entlang der Bergketten der Vallemaggia

  • Schwierigkeit
    T5-
  • Tage
    17

Zwei Wochen im Herzen des Tessins

Die Via Alta Vallemaggia zählt zu den interessantesten Gratwanderungen der Schweiz. Hier lässt man den Alltag ganz schnell unter sich, denn jede Etappe erfordert ein hohes Mass an Konzentration und Trittsicherheit. Zwischendurch bleibt aber reichlich Zeit, die Natur, die Stille und vor allem die grandiose Aussicht zu geniessen: Von der Riviera des Lago Maggiore bis zum Gipfel des Monte Rosa.

Tag 1: Von Cardada über den Madone zur Capanna Nimi

Die erste Etappe der Via Alta Vallemaggia startet zum Glück nicht in Locarno: Die ersten gut 1400 Höhenmeter können wir mit einer Standseilbahn, einer Grosskabinenbahn und einem schönen Sessellift überwinden. Wir beginnen also auf 1647 Meter über Meer. Von dort geht es über mehrere Gipfel rauf und runter. Zu Beginn ist die Umgebung noch sattgrün, später tauchen zunehmend felsige Abschnitte auf, die man teils quert, teils überklettert oder umgeht.

Tag 2: Von der Capanna Nimi zum Rifugio Alpe Masnee

Konditionell ist die zweite Etappe der Via Alta Vallemaggia eher gemütlich – weshalb manche Wanderer bei frühem Start auf der Cimetta in einem Tag direkt zum Rifugio Masnee wandern. Technisch ist sie aber klar anspruchsvoller als die Einstiegsetappe. Unterwegs lässt sich ein Abstecher zu einem der beiden Seen in der Nähe einbauen, zum Lago del Starlaresc oder zum Laghetto di Pianca.

Tag 3: Vom Rifugio Alpe Masnee zur Capanna Alpe Spluga

Sie ist zwar lang, aber fast schon gemütlich, diese Etappe der Via Alta Vallemaggia. Keine grossen Schwierigkeiten, weit offene Landschaften, viel Grün und Gras. Und besonders gemütlich sind die zwei Unterkünfte am Ausgangs- und Endpunkt. Die Ställe der ehemaligen Alpen Masnee und Spluga wurden zu kleinen Hüttendörfern umgebaut.

Tag 4: Von der Capanna Alpe Spluga zur Capanna Tomeo

Von den Etappen der klassischen Via Alta Vallemaggia zwischen Cardada und Fusio die wohl anspruchsvollste. Die Schwierigkeiten sind nirgends besonders gross, man ist aber über längere Strecken auf anstrengenden Blockhalden oder in steilem Gelände unterwegs. Passend dazu werden die Berge felsiger und höher, die Umgebung wilder. Und man wähnt sich ganz weit weg von der bewohnten Welt.

Tag 5: Von der Capanna Tomeo zum Rifugio Barone

Seit die Capanna Soveltra abgebrannt ist, führt die Via Alta Vallemaggia von der Capanna Tomeo neu obendurch zum Rifugio Barone – und quert eine der abgelegensten Ecken des Tessins. Auch hier braucht man etwas Freude an Blockfeldern, hinzu kommen plattige Felslandschaften und eine Routenführung mit viel Auf und Ab.

Tag 6: Vom Rifugio Barone nach Fusio

Seit die Capanna Soveltra abgebrannt ist, führt die Via Alta Vallemaggia von der Capanna Tomeo neu obendurch zum Rifugio Barone – und quert eine der abgelegensten Ecken des Tessins. Auch hier braucht man etwas Freude an Blockfeldern, hinzu kommen plattige Felslandschaften und eine Routenführung mit viel Auf und Ab.

Tag 7 (nördliche Variante): Von Fusio zur Capanna Cristallina CAS

Die nördliche Fortsetzung der Via Alta Vallemaggia ist technisch etwas einfacher als die südliche, konditionell aber anspruchsvoller. Von Fusio geht es zunächst zum Lago del Sambuco hoch, dann durch schier endlose Wiesenflanken und Sonnenhänge über Piatto und Garzonera zum Lago del Narèt. Von der Staumauer führt der Weg ohne weitere Schwierigkeiten zum Passo del Narèt und durch das obere Val Torta zur beliebten Capanna Cristallina.

Tag 7 (südliche Variante): Von Fusio zur Capanna Poncione di Braga

Die interessante Routenführung unter den Piode del Masnee macht die südliche Variante der Via Alta Vallemaggia zu einer zwar langen, aber abwechslungsreichen Wanderung durch einsame Geländekammern zur schön gelegenen, sympathischen Capanna Poncione di Braga.

Tag 8 (nördliche Variante): Von der Capanna Cristallina CAS zum Rifugio Maria Luisa

Nach dem langen Vortag bietet uns die Via Alta Vallemaggia nun eine etwas gemütlichere Etappe. Sie steht im Zeichen der Seen. Manche sind natürlich entstanden, andere dienen der schweizerischen und italienischen Stromproduktion. Sie bringen etwas Blau in diese ohnehin schon bunte – mal felsigere, mal grünere – Landschaft. Schön auch: Man wechselt immer wieder in neue Tälchen, Mulden und Kessel, was die Wanderung ungemein kurzweilig macht.

Tag 8 (südliche Variante): Von der Capanna Poncione di Braga zur Capanna Basodino CAS

Gute Sicht vorausgesetzt, gehört der Blick von der Bocchetta della Froda hinüber zum Basodino und dessen Gletscher zu den Hauptspektakeln dieser Etappe der Via Alta Vallemaggia. Doch auch die Seen – insbesondere der Lago Nero – bringen Abwechslung in die Kulisse. Ebenso die vielen Bergketten, die sich wie Scherenschnitte hintereinander verzahnen. Eine kurze, gemütliche Tour, die viel Zeit für Pausen lässt. Wieso nicht ein paar Schwimmzüge im Lago Nero wagen? Oder Kristalle suchen? Oder nach Steinböcken Ausschau halten?

Tag 9 (südliche Variante): Von der Capanna Basodino zum Rifugio Maria Luisa

Die Via Alta Vallemaggia führt auf dieser – teilweise gerölligen und abgelegenen – Etappe über die Landesgrenze ins Val Formazza. Vor allem die Tessiner Seite, von Robiei bis zur Bocchetta di Val Maggia, fasziniert als stark vom Eis modellierte Landschaft. Gletscherschliffplatten, Moränen, Sandbänke, der Blick zum Ghiacciaio del Basodino…

Tag 10: Vom Rifugio Maria Luisa zur Capanna Piano delle Creste

Bocchetta di Val Maggia und Tamierpass haben viel gemeinsam. Beide verbinden das obere Val Bavona mit dem Val Formazza, die eine nördlich des Basodino, der andere südlich davon. Doch im direkten Vergleich ist der Tamierpass eine Spur schwieriger – und viel einsamer. Genau das macht seine Faszination aus. Hinzu kommen der gut versteckte Lago Nero, eine Perle von See, sowie die bezaubernde Umgebung der Capanna Piano delle Creste.

Tag 11: Von der Capanna Piano delle Creste zur Capanna Grossalp

Der Weg von der Capanna Piano delle Creste zur Capanna Grossalp ist die meiste Zeit nur eine imaginäre Linie, da und dort durch weiss-blau-weisse Pinselstriche markiert. Am Boden selbst sieht man selten Begehungsspuren oder gar ein deutliches Trassee. Das ist auch kein Wunder, führt die Route doch auf weiten Strecken über ausgedehnte Felslandschaften und Blockfelder.

Tag 12: Von der Capanna Grossalp nach Cimalmotto

Nach der langen und steinigen Etappe vom Piano delle Creste zur Grossalp lockt die Via Alta Vallemaggia nun mit einer gemütlichen Bergwanderung ganz im Zeichen der grünen Natur: Über alpine Weiden führt der gute Weg zum Passo Quadrella, und dann durch schöne Bergwälder hinab nach Cimalmotto.

Tag 13: Von Cimalmotto zur Capanna Ribia

Der Lago di Sfii zählt zu den schönsten der Tessiner Alpen, und bis dorthin zeigt sich die Landschaft tatsächlich von ihrer lieblichen Seite. Ganz anders der folgende Kessel, jener von Pèzz: Dort tauchen wir unvermittelt in eine abgelegene, entrückte und auch recht wilde Ecke, die von den Felswänden der Cima di Cregnell und des Rosso di Ribia dominiert wird.

Tag 14: Von der Capanna Ribia zur Capanna Alzasca CAS

Obschon ziemlich kurz, bietet diese Etappe alles, was die Via Alta Vallemaggia so interessant macht: grosszügige, sonnige Weiden, wilde Blockfelder am Fuss steiler Felswände, ein aussichtsreicher Gipfel, ein abgelegener Talkessel, ein lichter Lärchenwald, ein tiefblauer Bergsee – und zum Schluss eine besonders aparte SAC-Hütte.

Tag 15: Von der Capanna Alzasca zur Capanna Alpe Canaa

Die heutige Etappe der Via Alta Vallemaggia folgt von der Bocchetta di Doia bis zum Pizzo Cramalina fast durchwegs einem Grat. Der mal schmal ist, mal breiter, aber stets luftige Ausblicke erlaubt – ein spektakulärer und überaus eleganter Gang hoch über den Tälern. An manchen Stellen kommt man sich gar auf einem Hochseil vor… aber zum Glück nicht ganz so exponiert.

Tag 16: Von der Capanna Alpe Canaa auf den Salmone

Wir kommen allmählich in die Welt der Bäume zurück. Ausserordentlich vielfältige Wälder prägen die Wegstrecke – wir durchstreifen sogar ein Gebiet, das wegen seiner Buchenwälder 2021 ins Unesco-Welterbe aufgenommen wurde: das Valle di Lodano. Die Route führt am Passo della Garina vorbei (bekannt aus Max Frischs «Holozän») und endet auf dem Salmone. In den nächsten Jahren soll dort eine Hütte entstehen. Bis es soweit ist, müssen wir noch hinab nach Auressio.

Tag 17: Vom Salmone über die Colma nach Ponte Brolla

Der Titel mag etwas klischiert tönen, aber die Via Alta Vallemaggia endet tatsächlich mit einem spektakulären botanischen Querschnitt durch sämtliche Höhenstufen des Alpenraums. In rund vier Stunden führt uns der Weg von den typisch alpinen Lärchen an Birken, Buchen, Kastanien und weiteren Baumarten vorbei bis hinunter zur Chinesischen Hanfpalme, auch Tessinerpalme genannt – denn im Südkanton ist sie längst heimisch geworden und in vielen Wäldern anzutreffen.

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